Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU will Kürzungen und gezielte Investitionen durchsetzen
Emma BeckerBergisch Gladbachs Haushaltsstreit: CDU will Kürzungen und gezielte Investitionen durchsetzen
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach erreichen kritische Phase
Die Haushaltsgespräche in Bergisch Gladbach haben eine entscheidende Phase erreicht: Die CDU schlägt drastische Kürzungen vor, um die angespannte Finanzlage der Stadt in den Griff zu bekommen. Michael Metten, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, präsentierte Pläne, die Ausgaben – insbesondere für neue Stellen in der Öffentlichkeitsarbeit und in sozialen Medien – zu reduzieren, während gleichzeitig gezielt in Schulen, Straßen und die städtische Entwicklung investiert werden soll. Die Diskussionen finden vor dem Hintergrund stark steigender Personalkosten statt, die fast die Hälfte des Haushalts verschlingen und der Stadt kaum Spielraum lassen.
Bei einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs bezeichnete Metten die aktuellen Verhandlungen als eine der schwierigsten Phasen in der Erinnerung der Kommunalpolitik. Ohne formelle Koalition muss die CDU einen zersplitterten Stadtrat navigieren, in dem selbst eine Einigung über den Haushalt keine breitere politische Zusammenarbeit bedeuten würde. Zwar schloss Metten jede Abstimmung mit der AfD aus, räumte jedoch ein, dass deren Stimmen möglicherweise dennoch benötigt werden, um eine Mehrheit zu sichern.
Die finanzielle Belastung der Stadt ist enorm: Personalkosten machen mittlerweile 45 bis 50 Prozent des Haushalts aus, während die Steuereinnahmen stagnieren. Trotz Sparmaßnahmen seit 2020 bestehen strukturelle Defizite fort, und die Bürger zahlen höhere Steuern als in vielen anderen Kommunen Nordrhein-Westfalens. Um die Lage zu entlasten, schlägt die CDU vor, die Personalkosten zu deckeln und durch Digitalisierung Stellen zu restrukturieren – ein Schritt, von dem sich Metten mehr Effizienz verspricht.
Bei den Ausgaben setzt die Partei klare Prioritäten: Schulen, Straßensanierungen und das Entwicklungsgebiet Zanders sollen Vorrang erhalten. Einen geplanten Anstieg der Grundsteuer um 100 Punkte lehnt die CDU jedoch ab und plädiert stattdessen für eine moderate Erhöhung um 25 Punkte. Zudem brachte Metten einen städtebaulichen Wettbewerb für die Zukunft der Stadthäuser ins Spiel und empfahl, bestehende Sporteinrichtungen zu modernisieren, statt einen neuen Skatepark zu bauen.
Um stockende Projekte zu beschleunigen, will die CDU zusätzliche Bauaufsichtsbeamte und Fachkräfte für Genehmigungsverfahren einstellen. Dennoch warnte Metten, dass selbst bei einer Haushaltseinigung die finanziellen Herausforderungen der Stadt langfristig bestehen bleiben würden.
Die Vorschläge der CDU zielen darauf ab, Kürzungen mit gezielten Investitionen in Balance zu bringen – doch der weitere Weg bleibt ungewiss. Angesichts der Personalkosten, die fast die Hälfte des Etats verschlingen, und stagnierender Steuereinnahmen muss die Stadt Wege finden, die Ausgaben zu straffen, ohne dabei essenzielle Leistungen zu gefährden. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird die finanzielle Stabilität Bergisch Gladbachs auf Jahre hinaus prägen.






