Bayer zwischen Hoffnung durch Kerendia und Roundup-Rechtsstreitigkeiten
Emilia NeumannBayer zwischen Hoffnung durch Kerendia und Roundup-Rechtsstreitigkeiten
Bayer durchlebt ein schwieriges Jahr, geprägt von hohen finanziellen Verlusten und anhaltenden Rechtsstreitigkeiten um sein glyphosathaltiges Unkrautvernichtungsmittel Roundup. Doch die Pharmasparte des Konzerns sorgt für einen dringend benötigten Aufschwung: Nach positiven klinischen Ergebnissen für das Medikament Kerendia stiegen die Aktien.
Die Pharmatochter überzeugte mit der Meldung, dass Kerendia in einer Studie zu nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung sein primäres Ziel erreichte. Dieser Erfolg ebnet den Weg für einen geplanten Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA, um die zugelassenen Anwendungsgebiete des Wirkstoffs zu erweitern. Anleger reagierten mit Optimismus – der Aktienkurs kletterte um 4,71 % auf 40,25 Euro.
Unterdessen halten die juristischen Probleme an: Bayer einigte sich in den USA auf einen Vergleich in rund 67.000 Roundup-Klagen, der bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über 21 Jahre vorsieht. Die gerichtliche Zustimmung erfolgte im Februar 2026 in St. Louis. Doch weitere Rechtsunsicherheit droht: Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu Warnhinweisen auf Roundup führen, ein Urteil wird bis Mitte Juni erwartet. Diese Entscheidungen könnten sowohl die Zukunft des Produkts als auch die finanzielle Lage Bayers beeinflussen.
Finanziell verzeichnete der Konzern 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, während die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro anstieg. Dennoch steht auf der Hauptversammlung am 1. April eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie an.
Die mögliche Markterweiterung für Kerendia bietet Bayer einen Lichtblick angesichts der rechtlichen und finanziellen Belastungen. Mit den bevorstehenden entscheidenden Gerichtsurteilen zu Roundup und der anstehenden Dividendenabstimmung werden die nächsten Schritte des Konzerns von Anlegern und Aufsichtsbehörden gleichermaßen genau beobachtet.






