26 June 2026, 22:12

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach zehn Monaten Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben

Sanierung der Hamburg-Berlin-Bahnlinie deutlich teurer

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach zehn Monaten Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben

Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer langen Sperrung wieder in Betrieb gegangen. Die Strecke war zehn Monate und zwei Wochen lang gesperrt, was für Pendler erhebliche Behinderungen mit sich brachte. Erst Mitte Juni konnte der Betrieb wiederaufgenommen werden – sechs Wochen später als ursprünglich geplant.

Das Projekt war von Anfang an mit zahlreichen Rückschlägen konfrontiert. Anhaltender Frost verzögerte die Wiedereröffnung, die eigentlich für Anfang Mai vorgesehen war. Die Gesamtkosten der Sanierung stiegen auf 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro über dem ursprünglichen Budget. Ein einkalkulierter Puffer von 300 Millionen Euro wurde aufgrund der Verzögerungen vollständig aufgebraucht.

Während der Sperrung mussten Regionalreisende auf Ersatzbusse ausweichen. Fernzüge wurden über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten deutlich verlängerte. Selbst nach der Wiedereröffnung gab es weiterhin Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge hielten sich nicht an den Fahrplan.

Das Konzept großflächiger Komplettsanierungen steht in der Kritik. Die Kosten stiegen immer wieder an, und die langen Sperrzeiten verursachten erhebliche Unannehmlichkeiten. Zudem konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht installiert werden, sodass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere Sperrung notwendig wird.

Die Strecke ist zwar nun wieder befahrbar, doch die Probleme bestehen fort. Reisende müssen weiterhin mit Verspätungen rechnen, und künftige Störungen sind wahrscheinlich. Die Budgetüberschreitungen und die nicht erreichten Ziele des Projekts werfen Fragen für ähnliche Sanierungsvorhaben in der Zukunft auf.

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