Zweisitzregelung kostet Steuerzahler 10,3 Millionen Euro – doch Bonn verliert an Bedeutung
Mila VoigtMehr als 10 Millionen Euro für die Berlin-Bonn-Teilung - Zweisitzregelung kostet Steuerzahler 10,3 Millionen Euro – doch Bonn verliert an Bedeutung
Die Zweisitzregelung der deutschen Regierung zwischen Berlin und Bonn sorgt weiterhin für Kritik wegen der steigenden Kosten. Im Jahr 2023 gaben die Steuerzahler über 10,3 Millionen Euro aus, um den Betrieb in beiden Städten aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig ist der Anteil der Bundesbediensteten in Bonn auf nur noch ein Viertel gesunken.
Bonn diente einst von 1949 bis 1973 als provisorischer Regierungssitz der Bundesrepublik und war später bis zur Wiedervereinigung offizielle Hauptstadt. Nach 1990 wurde Berlin zur Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands erklärt, doch das Berlin/Bonn-Gesetz von 1994 bewahrte die Doppelsitzstruktur. Heute haben noch sechs der 16 Bundesministerien ihren Hauptsitz in Bonn, während die übrigen zehn dort Zweitdienststellen unterhalten.
Die offiziellen Reisekosten stiegen 2023 stark an – um 15,3 Prozent auf über 5,9 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren mehr Dienstreisen und höhere Kosten pro Fahrt. Insgesamt erhöhten sich die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Millionen Euro.
Kritiker fordern seit Langem eine Zusammenlegung, doch frühere Vorschläge zur Straffung der Bonn-Standorte wurden stets abgelehnt. Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken, verurteilte kürzlich die anhaltenden Kosten. Er forderte ein Ende der Berlin-Bonn-Teilung und argumentierte, das aktuelle System verschwende öffentliche Mittel.
Der Anteil der Bundesbediensteten in Bonn sinkt weiter, da immer mehr Mitarbeiter nach Berlin umziehen. Angesichts steigender Kosten und fehlender Konsolidierungsbestrebungen bleibt das Zweisitzmodell ein umstrittenes Thema. Die Regierung hat bisher keine Änderungen an der bestehenden Regelung angekündigt.






