Wolfenbüttels Radschnellweg nach Braunschweig bleibt trotz Kritik auf Kurs
Emilia NeumannWolfenbüttels Radschnellweg nach Braunschweig bleibt trotz Kritik auf Kurs
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat einen Antrag abgelehnt, der den Bau der geplanten Fahrradschnellverbindung nach Braunschweig stoppen sollte. Trotz Widerstand einiger Parteien bleibt das mit 1,365 Millionen Euro veranschlagte Projekt auf Kurs. Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Kosten, die Notwendigkeit und die erwartete Nutzung der Strecke.
CDU und FDP hatten gemeinsam einen Antrag eingebracht, um den Radschnellweg zu verhindern, mit der Begründung, die bestehende Infrastruktur reiche aus. Zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig gibt es bereits zwei gut ausgebaute Radwege. Rudolf Ordon von der FDP hinterfragte den Bedarf für eine weitere Verbindung und äußerte Zweifel an den prognostizierten Pendlerzahlen.
Eine Zählstation registrierte 2025 an Werktagen durchschnittlich 367 Fahrradfahrten zwischen den beiden Städten. Die Stadtverwaltung hingegen rechnet nach Fertigstellung der Schnellverbindung mit etwa 2.000 täglichen Fahrten. Manfred Wolfrum von der AfD behauptete, die jährlichen Folgekosten von 30.000 Euro seien unterschätzt worden.
Leonhard Pröttel von den Grünen warf der CDU Populismus vor und kritisierte, sie setze sich eher für lokale Radprojekte ein als für überregionale Vorhaben. Ralf Achilles von der SPD unterstützte den Radschnellweg und betonte die Bedeutung einer gerechten Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Die Abstimmung fand vor dem Hintergrund eines Haushaltsdefizits von 19 Millionen Euro in Wolfenbüttel statt.
Der Bau der Fahrradschnellverbindung wird wie geplant fortgesetzt. Ihre Befürworter verweisen auf langfristige Vorteile für Pendler und eine gleichberechtigte Verkehrspolitik. Die Gegner hingegen zweifeln weiterhin an der finanziellen und praktischen Rechtfertigung des Projekts.






