Wolf greift Spaziergängerin in Hamburg-Altona an – Experten fordern klare Lösungen
Emilia NeumannWolf greift Spaziergängerin in Hamburg-Altona an – Experten fordern klare Lösungen
Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – Experten fordern Konsequenzen
Ein Wolf hat in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen, nachdem diese versucht hatte, das Tier aus einem Durchgang mit automatischen Türen zu befreien. Der Vorfall löst Forderungen nach Maßnahmen von Wildtierexperten aus. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), drängt die Behörden, das Tier entweder einzuschläfern oder es mit einem Peilsender freizulassen.
Der Wolf wurde ohne Betäubung gefangen und in die Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen gebracht. Dammann-Tamke schloss eine dauerhafte Haltung in Gefangenschaft aus: Aus tierschützerischer Sicht sei dies weder ethisch vertretbar noch praktikabel.
Er betonte, dass Wölfe in Deutschland lernen müssten, den Kontakt zu Menschen zu meiden. Falls das Tier freigelassen werde, solle es einen Peilsender tragen, um seine Bewegungen zu überwachen. Ein solcher Ansatz orientiert sich an einem Fall aus dem Jahr 2016 in Niedersachsen, wo ein Wolf namens Kurti getötet wurde, nachdem er trotz Sender mehrfach Spaziergänger mit Hunden aufgesucht hatte.
In Hamburg und Umgebung gibt es keinen etablierten Wolfsbestand. Wölfe meiden in der Regel städtische Gebiete wegen des Stresses durch Lärm, Licht und menschliche Aktivitäten. Bundesweit zählt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Oktober 2025 insgesamt 219 Rudel, 43 territoriale Paare und 14 Einzelwölfe. Seit ihrer Rückkehr aus Polen nach 1989 waren bis zu diesem Vorfall keine Zwischenfälle in urbanen Räumen dokumentiert worden.
Dammann-Tamke warnte, dass bei weiteren Konflikten entschlossen gehandelt werden müsse. Er verwies darauf, dass die Entnahme einzelner Wölfe auch das Verhalten ganzer Rudel verändern könne. Ziel bleibe eine friedliche Koexistenz von Mensch, Wolf und Nutztieren.
Über das Schicksal des Wolfs entscheidet nun, ob die Behörden sich für eine Tötung oder eine Freilassung mit Überwachung entscheiden. Die Empfehlungen Dammann-Tamkes spiegeln die bundesweiten Bemühungen wider, das Zusammenleben von Wölfen und Menschen in Deutschland zu regeln. Für Hamburg liegen bisher keine spezifischen Konfliktvermeidungsstrategien vor, doch die nationalen Leitlinien entwickeln sich weiter.






