Wetterberichte boomen im TV – während die Bahn-Verspätungen zuschauen lassen

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Eine Gruppe von Menschen mit Masken hält ein Transparent mit der Aufschrift "Aufbruchsklima" vor einem Gebäude, umgeben von Bäumen unter einem klaren Himmel.Admin User

Wetterberichte boomen im TV – während die Bahn-Verspätungen zuschauen lassen

Wetterberichte dominieren das deutsche Fernsehen – mit Rekordquoten und neuen Programmformaten

Wettervorhersagen prägen zunehmend das deutsche Fernsehprogramm, einige Sender verzeichnen sogar Zuschauerrekorde. Der Trend hat sogar ein neues Subgenre hervorgebracht: Menschen, die gebannt auf die Anzeigetafeln der Deutschen Bahn starren. Gleichzeitig eskalieren die Debatten über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, während Politiker über Programmumfang und Klimaberichterstattung streiten.

Die öffentlichen Sender in Deutschland haben ihre Wettersegmente ausgebaut und verknüpfen sie häufig mit dem Klimawandel. Der NDR in Mecklenburg-Vorpommern erreicht mit solchen Formaten mittlerweile Marktanteile von bis zu 50 Prozent. Die Entwicklung hat auch kreative Ideen hervorgebracht – etwa Szenen von Pendler:innen, die auf Verspätungsanzeigen bei der Bahn blicken.

Der Boom wetterbezogener Sendungen fällt zusammen mit den Plänen der ARD, noch vor der Tagesschau ein neues tägliches Format namens Klima vor acht einzuführen. Damit soll das Thema Klimabewusstsein stärker in den regulären Programmablauf integriert werden. Doch nicht alle sind begeistert. Auf einer jüngsten Konferenz zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks konnten viele Teilnehmer:innen wegen Zugausfällen nicht persönlich erscheinen und mussten digital teilnehmen. Dort kam es zu Spannungen, als die Vorschläge von KEF-Chef Martin Detzel die Landesmedienanstalten unter Druck setzten. Seine Empfehlung für eine geringere als erwartete Erhöhung des Rundfunkbeitrags sorgte für Unbehagen. Bei einer hitzigen Live-Diskussion kritisierte Rainer Robra (CDU) die Sender dafür, jährlich über 8.000 Minuten Programm zu produzieren – aus seiner Sicht viel zu viel. Seine Frustration richtete sich auch gegen Klima vor acht, obwohl Medienpolitiker:innen keinen direkten Einfluss auf die Programmplanung haben. Die Stimmung wurde zusätzlich peinlich, als Heike Raab (SPD) sichtbar genervt reagierte, nachdem Detzel ihr bei einer vermutlich lockeren Preisverleihung scherzhaft Schnee in den Kragen geworfen hatte.

Der alte Slogan der Deutschen Bahn – „Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“ – wirkt heute überholt. Wetter und Klima sind längst zu zentralen Themen in Programm und öffentlicher Debatte geworden.

Der Schub an Wetter- und Klimainhalten steigt zwar die Einschaltquoten, sorgt aber auch für politischen Zündstoff. Die Sender stehen wegen ihres Programmumfangs in der Kritik, und die Diskussionen um den Rundfunkbeitrag bleiben umstritten. Fürs Erste bleiben Zuschauer:innen – und verspätete Reisende – jedenfalls weiter am Ball. Und blicken gen Himmel.

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