30 June 2026, 04:11

Volkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr

Aufsichtsrat will Sparpaket durchsetzen, trotz Nein von Aufsichtsrat

Volkswagen plant radikale Umstrukturierung – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr

Volkswagen hat weitreichende Umstrukturierungspläne angekündigt, um bis 2030 dauerhafte Verluste abzuwenden. Konzernchef Oliver Blume warnt, dass dem Unternehmen ohne radikale Veränderungen der finanzielle Kollaps droht. Zu den Vorschlägen gehören massive Stellenstreichungen, der Verkauf von Unternehmensbeteiligungen sowie eine vereinfachte Modellpalette.

Der deutsche Automobilhersteller hat im Bereich Elektrifizierung und digitale Innovation den Anschluss an die Konkurrenz verloren. Die Folge sind sinkende Nachfrage und ein schrumpfender Marktanteil. Um den Trend umzukehren, wird Volkswagen sein Modellangebot von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge reduzieren und Modelle wie den Jetta, den Q6 e-tron und den Porsche Taycan einstellen.

Die Kernmarke VW sowie die Komponentensparte sollen als eigenständige Unternehmen ausgegliedert werden. Um Kapital zu beschaffen, plant das Unternehmen den Verkauf von Beteiligungen wie Ducati und Europcar. Zudem wird der Anteil an Traton von 87 auf 75 Prozent verringert.

Zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 Stellen könnten bis zu 65.000 weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Bis 2035 könnten über 100.000 Stellen wegfallen, wobei vier Werke geschlossen werden sollen. Die Unternehmensführung könnte die Änderungen selbst ohne Zustimmung des Aufsichtsrats durchsetzen. Eine außerordentliche Hauptversammlung könnte bereits im August stattfinden, um die Umstrukturierung zu finalisieren.

Sollte sich die finanzielle Lage nicht verbessern, droht eine Herabstufung der Bonitätsnote. Das Unternehmen betont, dass die Maßnahmen notwendig seien, um die Zukunft zu sichern.

Ziel der Umstrukturierung ist es, die Finanzen zu stabilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Der Plan sieht tiefgreifende Kürzungen, den Verkauf von Vermögenswerten und eine Straffung der Geschäftsprozesse vor. Falls die Änderungen genehmigt werden, könnten sie die Belegschaft und die Unternehmensstruktur in den kommenden zehn Jahren grundlegend verändern.

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