USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss Sicherheit neu denken
Emilia NeumannUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss Sicherheit neu denken
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, innerhalb des nächsten Jahres 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa. Deutsche Regierungsvertreter betonten daraufhin die Notwendigkeit einer größeren europäischen Eigenständigkeit in Verteidigungssfragen.
Am 1. Mai 2023 bestätigten die USA den Abzug von 5.000 Militärangehörigen von Stützpunkten in Deutschland. Der Prozess soll voraussichtlich sechs bis zwölf Monate dauern. NATO-Vertreter arbeiten derzeit mit Washington zusammen, um die Details des Truppenabzugs zu klären.
In Deutschland sind derzeit rund 38.000 US-Soldaten stationiert, darunter auch die Hauptquartiere des US-European Command und des US-Africa Command. Trotz der Verringerung räumte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ein, dass die US-Präsenz in Europa weiterhin im Interesse beider Länder liege. Zugleich bezeichnete er die Entscheidung als absehbar – angesichts sich verschiebender globaler Prioritäten.
Als Reaktion auf den Abzug betonte Pistorius, Europa müsse mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen. Parallel dazu kündigte Deutschland an, die Bundeswehr von 185.000 auf 260.000 Soldaten zu vergrößern. Kritiker halten jedoch selbst diese Aufstockung für unzureichend, um die Lücke zu schließen, die durch den Abzug der US-Truppen entsteht.
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte unterdessen die USA für deren Umgang mit den Spannungen im Iran-Konflikt und warf Washington vor, es fehle an einer klaren Exit-Strategie für die Region.
Der Truppenabzug wird die Zahl der US-Soldaten in Deutschland zwar verringern, doch Tausende werden weiterhin dort stationiert bleiben. Die Aufrüstung der Bundeswehr soll der veränderten Sicherheitslage Rechnung tragen. Die Behörden bleiben in enger Abstimmung mit der NATO und den USA, während die Übergangsphase läuft.






