04 February 2026, 14:45

TotalScope: Revolutionäres Mikroskop macht Infrastrukturprüfungen günstiger und präziser

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Brücke im Bau, mit Gebäuden, Polen und Drähten im Hintergrund.

TotalScope: Revolutionäres Mikroskop macht Infrastrukturprüfungen günstiger und präziser

TotalScope: Revolutionäre Mikroskop-Technologie für die Infrastrukturüberwachung

Ein neues Projekt namens TotalScope soll die Art und Weise verändern, wie Ingenieure Brücken, Staudämme und Gebäude prüfen. Unter der Leitung der Technischen Universität Braunschweig (TU Braunschweig) setzt die Initiative auf ein kostengünstiges, tragbares Mikroskop, das winzige strukturelle Veränderungen in Echtzeit erkennt. Die Technologie verspricht schnellere, günstigere und präzisere Überwachung kritischer Infrastruktur.

Kern des Projekts ist ein kompaktes Mikroskop, das dreidimensionale Veränderungen mit Mikrometergenauigkeit erfasst. Statt herkömmlicher Lichtquellen nutzt es Mikro-LED-Arrays zur Ausleuchtung und einen Fotodiode-Sensor, um selbst kleinste Bewegungen zu registrieren. Dieses Design hält den Energieverbrauch und den Wartungsaufwand auf ein Minimum.

Das Mikroskop lässt sich in Industrial-Internet-of-Things(IIoT)-Systeme integrieren, ermöglicht so den sofortigen Datentransfer und die frühzeitige Erkennung von Schäden. Durch günstigere und kontinuierliche Inspektionen will das Team die Risiken bei alternder Infrastruktur verringern.

Gestartet Anfang 2025, läuft TotalScope über 24 Monate und umfasst zwei zentrale Partner: das deutsche Start-up QubeDot und das spanische Unternehmen Worldsensing SL, das die Projektleitung übernimmt und nahezu 400.000 Euro von der spanischen Förderagentur CDTI erhält. Die TU Braunschweig und QubeDot erhalten jeweils rund 300.000 Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des Eurostars-Programms.

Das Vorhaben ist Teil einer größeren europäischen Initiative zur Weiterentwicklung von Sensortechnologien. Allein in Deutschland arbeiten mindestens drei weitere Einrichtungen an ähnlichen Innovationen: Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) entwickelt Wasserstoffsensoren für Energienetze, das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) verfeinert mutationsbasierte Sensoren mit KI-gestützter Auswertung, und das Optikzentrum Wetzlar/LOTuS konzentriert sich auf optische Überwachungssysteme für Industrie-4.0-Anwendungen.

Das TotalScope-Mikroskop könnte strukturelle Prüfungen bald schneller, günstigere und zuverlässiger machen. Dank Echtzeitüberwachung und minimalem Wartungsaufwand könnte die Technologie helfen, Ausfälle kritischer Infrastruktur zu verhindern. Bei Erfolg könnte das Projekt auch die kommerzielle Einführung beschleunigen – etwa durch Kooperationen mit QubeDot und Worldsensing SL.