Handwerkstag: Hoffen, dass Investitionsprogramme nicht ins Stocken geraten - Thüringens Wirtschaft 2025: Unternehmen sparen statt zu wachsen
Thüringens Unternehmen durchlebte 2025 ein weiteres schwieriges Jahr. Zwar stieg die Zahl der neuen Auszubildenden leicht auf über 3.000 an, doch die Unternehmen kämpften weiterhin mit steigenden Kosten und nachlassender Nachfrage. Viele Unternehmen planen nun, ihre Ausgaben zu kürzen, statt zu expandieren.
Der Auftragsbestand im Handwerk sank 2025 im Durchschnitt auf nur noch acht Wochen. Dieser Rückgang spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit wider und lässt die Unternehmen zurückhaltend in die Zukunft blicken. Lediglich fünf Prozent der Unternehmen in Thüringen beabsichtigen Investitionen, während fast die Hälfte Einsparungen vorbereitet.
Besonders betroffen sind Unternehmen, die industrielle Kunden beliefern oder bedienen. Hohe Kosten und schwache Nachfrage dämpfen die Hoffnung auf eine schnelle Erholung. Trotz dieser Herausforderungen ist es den meisten Unternehmen gelungen, ihre Belegschaften stabil zu halten. Die Landesregierung unter Führung von CDU, BSW und SPD hat umfangreiche Investitionsprogramme auf den Weg gebracht. Ein mit einer Milliarde Euro ausgestatteter Fonds für Kommunen, Teil des Haushalts 2026, läuft bis 2029. Doch die Unternehmen zögern weiterhin mit Ausgaben und nennen unklare Wirtschaftsperspektiven als Hauptgrund.
Thüringens Unternehmen haben 2025 die Krise zwar ohne größere Stellenstreichungen überstanden, doch von Wachstum ist wenig zu spüren. Angesichts geringer Investitionsbereitschaft und schrumpfender Auftragsbücher hängt die weitere Entwicklung stark von der gesamtwirtschaftlichen Lage ab. Staatliche Fördergelder könnten zwar Unterstützung bieten – doch die Unternehmen bleiben angesichts langfristiger Risiken skeptisch.