Tankstellen dürfen Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen – was das für Verbraucher bedeutet
Mila VoigtTankstellen dürfen Spritpreise nur noch einmal täglich erhöhen – was das für Verbraucher bedeutet
Neue Regeln für Spritpreise an deutschen Tankstellen in Kraft getreten
Ab dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen in Deutschland die Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar mittags um 12 Uhr. Preissenkungen bleiben hingegen weiterhin jederzeit möglich. Die Änderung wurde am 27. März vom Bundesrat abgesegnet, doch wie sie sich konkret auf die Verbraucherpreise auswirken wird, ist noch unklar.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (TIV) begrüßt die Reform als das "bisher schärfste Instrument gegen die Mineralölkonzerne". Sprecher Herbert Rabl bezeichnete das Tempo der Umsetzung als beispiellos. Falls der Markt wie vorgesehen funktioniere, erwarte er nach den mittäglichen Anpassungen einen "harten Preiskampf" zwischen den Anbietern.
Kritiker hingegen sehen die Neuregelung mit Skepsis. Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken, bezeichnete die verzögerte Einführung als typisch für "symbolische Politik". Zwar könne die Transparenz steigen, doch mit spürbaren Preissenkungen sei kaum zu rechnen. Stattdessen fordert sie eine Übergewinnsteuer, um Krisengewinne an die Verbraucher zurückzugeben.
Rabl warnte zudem vor Risiken, falls der Markt nicht wie geplant funktioniert: Bleibe der Preisdruck nachmittags aus, könnte dies auf eine stille Absprache unter den Ölkonzernen hindeuten, so seine Befürchtung.
Die neuen Regeln gelten nun nach einer kurzen Verschiebung – statt wie ursprünglich geplant am Samstag traten sie erst am Mittwoch in Kraft. Tankstellen müssen ihre Preise demnach nur noch einmal täglich anpassen, Senkungen sind aber weiterhin jederzeit möglich. Ob die Maßnahme die Spritkosten stabilisiert oder lediglich umverteilt, wird sich zeigen müssen.






