Sven Schulze wird neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt im Januar 2025
Mila VoigtSven Schulze: Was ich von Reiner Haseloff gelernt habe - Sven Schulze wird neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt im Januar 2025
Sven Schulze wird im Januar das Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt übernehmen. Der 44-Jährige folgt auf Reiner Haseloff, der das Land mehr als ein Jahrzehnt lang regiert hat. Beide Politiker verbindet eine tiefe Verbundenheit mit der Region – und die Gewohnheit, Gespräche mit einer einfachen Frage zu beginnen: „Wo kommen Sie her?
Schulzes politische Laufbahn begann früh. 1979 in Quedlinburg geboren, trat er als junger Aktivist der Jungen Union bei und stieg später zu deren Landesvorsitzendem auf. Sein Weg führte ihn über das Europäische Parlament, wo er als CDU-Abgeordneter tätig war, zurück nach Sachsen-Anhalt. 2016 wurde er zum Generalsekretär der Partei gewählt, bevor er im März 2021 den Landesvorsitz der CDU übernahm.
Nach der Landtagswahl führte Schulze eine Koalitionsregierung aus CDU, SPD und FDP an. Zudem leitete er das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten. Sein Ansatz unterscheidet sich in mancher Hinsicht von dem Haseloffs – er will eine frische Perspektive einbringen, geprägt durch sein Alter und sein Familienleben. Dennoch hat er von seinem Vorgänger gelernt, etwa die Praxis, wichtige Entscheidungen „eine Nacht drüber zu schlafen“ und jüngeren Kollegen Vertrauen zu schenken. Haseloff lobte Schulzes Erfahrung und Autorität öffentlich und bezeichnete ihn als ideal für den Übergang. Anders als manche Politiker durchlief Schulze kein starres Parteikaderprogramm. Stattdessen wuchs seine Karriere stetig durch Parteifunktionen – vom Jugendvorsitzenden zum Europaabgeordneten, dann zum Landeschef und nun zum Ministerpräsidenten.
Schulzes Aufstieg markiert einen Generationswechsel in der Führung Sachsen-Anhalts. Seine Erfahrung in Kommunal- und Europapolitik sowie seine Koalitionserfahrung bereiten ihn auf seine neue Rolle vor. Die Amtsübergabe im Januar wird einen Übergang vollenden, der mit Haseloffs Rückendeckung geplant wurde.