Streit um Zukunft des Demokratie-Förderprogramms "Demokratie leben!" eskaliert
Emma BeckerStreit um Zukunft des Demokratie-Förderprogramms "Demokratie leben!" eskaliert
Ein politischer Streit ist über die Zukunft des deutschen Förderprogramms "Demokratie leben!" entbrannt. Die 2014 gestartete Initiative mit einem jährlichen Budget von 200 Millionen Euro steht nun vor möglichen Kürzungen und einer Umstrukturierung. Abgeordnete aus dem gesamten politischen Spektrum streiten über ihre Wirksamkeit und die Folgen der geplanten Änderungen.
Den Anstoß gab CDU-Ministerin Karin Prien mit ihren Plänen zur Reform des Programms. Zwar räumte sie einige Erfolge ein, argumentierte jedoch, dass Veränderungen nötig seien, um die Effizienz zu steigern. Ihre Äußerungen lösten umgehend scharfe Kritik aus – sowohl von der Opposition als auch aus den Reihen der Koalitionspartner.
Die SPD-Abgeordnete Saskia Esken widersprach ihrer Koalitionskollegin öffentlich und warnte, Kürzungen würden zivilgesellschaftliche Gruppen destabilisieren. Als zentrales Beispiel für den Nutzen des Programms nannte sie HateAid, eine Organisation, die sich gegen Hass im Netz engagiert. Ihr SPD-Kollege Felix Döring verteidigte zwar grundsätzlich das Koalitionsbekenntnis zur Demokratieförderung, stellte aber Priens konkrete Begründungen infrage.
Noch schärfer fielen die Stimmen aus der Opposition aus. AfD-Abgeordneter Martin Reichardt forderte die vollständige Abschaffung des Programms, während sein Parteikollege Kay Gottschalk Priens Umstrukturierungspläne lobte. Der CDU-Politiker Christoph Ploß feierte unterdessen in den sozialen Medien das wahrscheinliche Ende der Förderung für HateAid. Auch die Linke mischte sich ein: Ihre Abgeordnete Clara Bünger warf der Union vor, die Zivilgesellschaft zu schwächen und damit indirekt der AfD in die Hände zu spielen. Die Partei brachte offiziell einen Antrag ein, um die Kürzungen im Parlament zu debattieren.
Der Konflikt offenbart tiefe Gräben in der Frage, wie Demokratieförderung in Deutschland künftig aussehen soll. Während Budget und Struktur des Programms nun auf dem Prüfstand stehen, blicken betroffene Organisationen einer ungewissen Zukunft entgegen. Das Ergebnis hängt von den Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern und dem Widerstand der Opposition ab.






