Streit um LNG-Terminal: Soll ein Naturschutzgebiet für das Energieprojekt geopfert werden?
Leni SchröderStreit um LNG-Terminal: Soll ein Naturschutzgebiet für das Energieprojekt geopfert werden?
Pläne für ein LNG-Terminal und einen Energiepark in Wilhelmshaven sorgen wegen Umweltbedenken für Streit
Der Stadtrat von Wilhelmshaven plant, den Flächennutzungsplan zu ändern, um den Bau eines Flüssigerdgas-Terminals (LNG) und eines Energieparks auf dem Voslapper Groden zu ermöglichen – einem geschützten Naturschutzgebiet. Umweltverbände warnen, dass das Vorhaben einen lebenswichtigen Lebensraum bedroht, für den es keine gleichwertigen Ausweichflächen gibt.
Das 267 Hektar große Voslapper Groden ist Teil des Natura-2000-Netzwerks und unterliegt der EU-Vogelschutzrichtlinie. Hier brüten oder rasteten 128 Vogelarten, neben weiteren Tier- und Pflanzenarten. Naturschützer betonen, dass die ungestörte Weite des Gebiets für die biologische Vielfalt unverzichtbar ist – und es in der Region keine Ersatzflächen mit vergleichbarem ökologischem Wert gibt.
Hinter dem Projekt steht die LNG Voslapper Groden GmbH, ein Joint Venture mit Beteiligung von Audi, EnBW, Kyon Energy und MEAG. Der belgische Energiedienstleister Tree Energy Solutions soll den Standort betreiben und dort LNG, Wasserstoff sowie andere Energieträger handhaben. Doch Umweltschützer zweifeln an, ob die behaupteten grünen Energievorteile den Verlust eines so bedeutenden Ökosystems rechtfertigen. Bevor eine endgültige Entscheidung fällt, werden Fachgremien den Antrag prüfen. Kritiker halten jedoch dagegen, dass es keine geeigneten Ausgleichsflächen gibt – und das Projekt seine ökologischen Folgen damit nicht kompensieren kann.
Die geplante Änderung des Flächennutzungsplans wird über das Schicksal des Voslapper Groden entscheiden. Wird sie genehmigt, können Terminal und Energiepark gebaut werden – doch die einzigartige Artenvielfalt des Schutzgebiets wäre unwiederbringlich gestört. Bisher wurden keine Alternativstandorte gefunden, die seine ökologischen Funktionen ersetzen könnten.