14 March 2026, 14:19

Sienna Rose: Ist die gefeierte Soulsängerin nur eine KI-Erfindung?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich reagiert er auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz zur Abschaffung des Internets.

KI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Sienna Rose: Ist die gefeierte Soulsängerin nur eine KI-Erfindung?

Eine Soulsängerin namens Sienna Rose hat mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify Berühmtheit erlangt. Doch immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass es sie möglicherweise gar nicht wirklich gibt. Untersuchungen legen nahe, dass es sich bei ihr um eine KI-generierte Künstlerin handelt – und lösen damit breitere Sorgen über gefälschte Musiker in der Branche aus.

In ihrem Spotify-Profil wird Sienna Rose als "Geschichtenerzählerin des Herzens" beschrieben, begleitet von einem Bild einer jungen Frau mit Afro-Look und tiefbraunen Augen. Auf Instagram gibt sie an, in Norwegen zu leben, wo auch ihr Label und ihr Produzent ansässig sein sollen. Doch der Bayerische Rundfunk (BR) verfolgte ihre Spuren bis zu einer russischen IP-Adresse und brachte sie mit dem Label Nostalgic Records sowie dem Produzenten Maksim Muravjov in Verbindung – einem KI-Spezialisten, der für die Erschaffung virtueller Popacts bekannt ist.

Internet-Detektive stutzten über ihren plötzlichen Aufstieg, das Fehlen von Live-Auftritten und ihre minimalistische Social-Media-Präsenz. Die Zweifel verstärkten sich, nachdem Selena Gomez einen ihrer Songs in einem Instagram-Post teilte, der viral ging. Gleichzeitig zeigte eine Studie des Streamingdienstes Deezer, dass 97 Prozent der Hörer KI-erzeugte Musik nicht von menschgemachten Stücken unterscheiden können – und dass 85 Prozent der Streams für künstliche Künstler von Bots stammen.

Apple Music hat bereits reagiert und verlangt von Labels, KI-generierte Inhalte offen zu legen. Spotify hingegen hat trotz Kritik noch keine ähnlichen Maßnahmen eingeführt. Der YouTuber Rick Beato warf der Plattform kürzlich vor, KI-Musik aus Profitinteresse zu pushen, während täglich Millionen von Tracks ihre Bibliothek fluten. Die UNESCO warnt, dass menschliche Musiker bis 2028 24 Prozent des Marktes an KI-Künstler verlieren könnten.

Der Fall Sienna Rose unterstreicht die wachsende Herausforderung, KI-generierte Künstler in der Musikindustrie zu identifizieren. Da Plattformen wie Spotify weiterhin klare Kennzeichnungspflichten vermissen lassen, bleibt die Debatte über Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungen bestehen. Mit dem Fortschritt der KI-Technologie wird die Grenze zwischen echten und künstlichen Musikern immer schwerer zu erkennen.

Quelle