Siemens plant radikale Umstrukturierung mit Auflösung großer Sparten
Siemens plant eine umfassende interne Umstrukturierung, bei der zwei der größten Sparten des Konzerns aufgelöst werden könnten. Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Strategie, um die Geschäftsprozesse zu straffen und Ineffizienzen im gesamten Unternehmen abzubauen. Zwar sind keine Stellenstreichungen zu erwarten, doch stehen erhebliche Änderungen in den Bereichen Vertrieb, Einkauf und Entwicklung bevor.
Betroffen von der möglichen Neuordnung wären die Bereiche Digital Industries und Smart Infrastructure, die derzeit von Matthias Rebellius bzw. Cedrik Neike geleitet werden. Falls die Sparten aufgelöst werden, würden ihre Geschäftsbereiche künftig direkt der Konzernführung unterstellt. Dieser Schritt entspricht der vor eineinhalb Jahren von Vorstandschef Roland Busch vorgestellten Vision einer "One Tech Company".
Ziel ist es, interne Abgrenzungen abzubauen, Fachwissen zu bündeln und doppelte Strukturen sowie parallele Entwicklungen ähnlicher Technologien zu vermeiden. Das Vorgehen erinnert an die frühere Ausgliederung von Siemens Healthineers, mit der der Konzern bereits Fokus und Effizienz stärken wollte. Stand September 2025 beschäftigt Smart Infrastructure weltweit rund 79.400 Mitarbeiter, während die Gesamtbelegschaft von Siemens bei etwa 318.000 liegt.
Siemens hat die Details der Pläne nicht bestätigt und wollte sich auf Anfrage des "Handelsblatts" nicht zu dem Bericht äußern, der die Veränderungen skizziert. Das Unternehmen betonte jedoch, dass im Rahmen der Umstrukturierung keine Entlassungen geplant seien.
Die Neuordnung würde einen tiefgreifenden Wandel in der internen Struktur von Siemens bedeuten. Durch den Abbau überlappender Bereiche strebt der Konzern eine einheitlichere und effizientere Organisation an. Offizielle Entscheidungen über die Änderungen stehen jedoch noch aus.






