17 April 2026, 02:15

Sicherheitsgefühl in Deutschland: Wo Angst und Realität auseinanderklaffen

Eine USA-Karte, die die Gewaltverbrechen pro 100.000 Einwohner pro Staat anzeigt, mit dunkleren Schattierungen für höhere Verbrechensraten, begleitet von erklärendem Text unten.

Sicherheitsgefühl in Deutschland: Wo Angst und Realität auseinanderklaffen

Die öffentliche Wahrnehmung von Sicherheit variiert stark je nach Zeit, Ort und persönlichen Umständen. Während sich die meisten Menschen in ihren eigenen vier Wänden und im direkten Wohnumfeld sicher fühlen, lösen bestimmte Umgebungen – insbesondere nachts – eine erhöhte Angst vor Kriminalität aus. Neue Daten zeigen die Kluft zwischen den Orten, an denen die Bevölkerung die größte Kriminalitätsfurcht empfindet, und den tatsächlichen Schwerpunkten von Straftaten.

Eine bundesweite Opferbefragung aus dem Jahr 2020 ergab, dass Frauen deutlich häufiger als Männer sexuelle Belästigung fürchten. Diese Sorge erreicht ihren Höhepunkt, wenn sich Personen nach Einbruch der Dunkelheit allein in schlecht beleuchteten oder verlassenen öffentlichen Bereichen aufhalten. Dennoch fühlen sich über 90 % der Befragten in der eigenen Wohnung und im eigenen Viertel weiterhin sicher.

Bahnhöfe stellen eine der wenigen Ausnahmen dar, an denen die öffentliche Angst vor Kriminalität mit den tatsächlichen Kriminalitätszahlen übereinstimmt. Die Kombination aus Diebstahlmöglichkeiten und sichtbarer Polizeipräsenz trägt zu dieser Deckungsgleichheit bei. Gleichzeitig leiden sogenannte "Angsträume" – also als unsicher wahrgenommene Gebiete – oft unter physischer Vernachlässigung und sozialer Unordnung, selbst wenn die Kriminalitätsrate dort nicht ungewöhnlich hoch ist.

Kriminalstatistiken zeigen, dass junge Männer am häufigsten als Täter in Erscheinung treten, wobei gewalttätige Delikte bei beiden Geschlechtern in jüngeren Altersgruppen ihren Höhepunkt erreichen. Im Jahr 2024 ereigneten sich fast 30 % der Gewalttaten im öffentlichen Raum, 20 % in Privathaushalten und 10 % in verkehrsbezogenen Kontexten. Forscher weisen zudem darauf hin, dass junge Menschen, die in ihrer Kindheit Gewalt erlebt haben oder sich mit abweichenden Peer-Gruppen umgeben, ein höheres Risiko tragen, selbst gewalttätig zu werden.

Die Diskrepanz zwischen wahrgenommener Gefahr und tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten bleibt eine zentrale Herausforderung für die Politik. Zwar fühlen sich die meisten Menschen in vertrauter Umgebung sicher, doch können spezifische Bedingungen wie Dunkelheit, Isolation und soziale Unordnung die Angst deutlich verstärken. Ein besseres Verständnis dieser Muster könnte helfen, Ressourcen gezielt einzusetzen, um sowohl die reale als auch die gefühlte Sicherheit in öffentlichen Räumen zu verbessern.

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