Schweitzer schließt große Koalition in Rheinland-Pfalz nicht aus – aber nur unter seiner Führung
Mila VoigtSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Schweitzer schließt große Koalition in Rheinland-Pfalz nicht aus – aber nur unter seiner Führung
Der SPD-Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, hat eine große Koalition nach der anstehenden Landtagswahl nicht ausgeschlossen. Obwohl Umfragen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU hindeuten, zeigt er sich siegessicher und betont, er werde nicht unter einer CDU-geführten Regierung in Mainz dienen.
Die SPD regiert Rheinland-Pfalz seit 1991 ohne Unterbrechung. Unter den früheren Ministerpräsidenten Rudolf Scharping, Kurt Beck und Malu Dreyer führte die Partei meist Bündnisse mit FDP oder Grünen an. Zuvor hatte die CDU bis 1987 die Mehrheit inne, bevor eine kurze SPD-FDP-Koalition unter Bernhard Vogel (1987–1991) den Wandel einläutete.
Schweitzer kann dabei auf die Unterstützung seiner Vorgänger zählen, darunter Dreyer, Beck und Scharping. Zwar räumt er eine mögliche Koalition mit der CDU ein, doch sein Ziel bleibt klar: Er will selbst die Regierung anführen. Mit dem Bild eines Schiffsführers hat er deutlich gemacht, dass er am Ruder bleiben will.
Aktuelle Umfragen zeigen ein enges Rennen, doch Schweitzer besteht darauf, dass die Vorherrschaft seiner Partei noch nicht vorbei ist. Er hat unmissverständlich erklärt, kein CDU-Kabinett mitzutragen, falls die Opposition gewinnt – offen bleibt nur eine gemeinsame Regierung unter seiner Führung.
Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob die SPD ihre 33-jährige Regierungszeit verlängern kann. Schweitzers Haltung lässt wenig Raum für Kompromisse und bereitet den Boden für zähe Koalitionsverhandlungen, sollte keine Partei eine klare Mehrheit erreichen. Das Ergebnis könnte die politische Landschaft Rheinland-Pfalz' auf Jahre prägen.






