05 April 2026, 00:19

Sachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz für mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Offenes Buch mit dem Titel "Architektonische Pläne des Rathauses von Heidelberg" zeigt detaillierte Zeichnungen eines Gebäudes.

Sachsen-Anhalt reformiert Architektengesetz für mehr Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Sachsen-Anhalt will sein Architektengesetz mit einem neuen Gesetzentwurf aktualisieren, der dem Landtag vorgelegt wurde. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die Arbeit von Architekten und Stadtplanern zu modernisieren – von der Ausbildung bis hin zu den Zulassungsverfahren. Behördenvertreter betonen, dass die Reformen den Berufsstand an aktuelle Anforderungen anpassen sollen, darunter Nachhaltigkeit und digitale Prozesse.

Der Entwurf sieht mehrere zentrale Neuerungen vor. Erstmals können Anträge auf Eintragung in die Architektenliste sowie berufliche Meldungen vollständig online abgewickelt werden. Dieser Schritt ist Teil umfassender Bestrebungen, Verwaltungsabläufe für Architekten und Planer effizienter zu gestalten.

Auch die Ausbildungsprogramme werden überarbeitet. Akademische Studiengänge und Fortbildungen müssen künftig Kernfächer wie Baurecht, barrierefreies Planen und Klimafolgenanpassung umfassen. Ziel ist es, Fachkräfte besser auf moderne Herausforderungen vorzubereiten – etwa in den Bereichen Energieeffizienz und Biodiversität im Bauwesen.

Neue Regelungen erweitern zudem die unternehmerischen Möglichkeiten für Berufstätige. Architekten und Planer können künftig in Gesellschaftsformen wie der GmbH & Co. KG, OHG oder KG arbeiten, was ihnen mehr Flexibilität bei der Führung ihrer Büros bietet. Berufseinsteiger profitieren ebenfalls: Sie erhalten früher Zugang zur Architektenkammer als Junior-Mitglieder.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung stehen im Mittelpunkt der Reform. Planer müssen nun verbindlich Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien in ihre Projekte integrieren. Auch öffentliche Beteiligung und bezahlbarer Wohnraum rücken stärker in den Fokus – ebenso wie strengere Vorgaben für barrierefreies Bauen.

Für ausländische Fachkräfte erleichtern sich die Bedingungen: Ihre Qualifikationen können bereits vor der Einreise nach Deutschland anerkannt werden, was den Berufseinstieg für im Ausland ausgebildete Architekten und Planer vereinfacht.

Der Gesetzentwurf markiert eine umfassende Überarbeitung der Berufsregeln für Architekten und Stadtplaner in Sachsen-Anhalt. Elektronische Antragsverfahren, erweiterte Ausbildungsinhalte und verschärfte Nachhaltigkeitsvorgaben spiegeln die branchenweiten Entwicklungen wider. Bei Verabschiedung gelten die Änderungen landesweit für Zulassung, Ausbildung und Berufspraxis.

Quelle