RWE und Kyon Energy bauen Mega-Stromspeicher für Deutschlands Energiewende
Mila VoigtRWE und Kyon Energy bauen Mega-Stromspeicher für Deutschlands Energiewende
Deutschlands Energiespeichersektor steht vor einem deutlichen Ausbau: Zwei Großprojekte für Batteriespeicher sind nun in der Umsetzung. RWE und Kyon Energy haben Pläne für den Bau hochleistungsfähiger Batterie-Großspeicher (BESS) in Niedersachsen bekannt gegeben. Diese Vorhaben markieren einen wichtigen Schritt für die netzgebundenen Speicherkapazitäten des Landes.
Kyon Energy hat in Alfeld bereits Fortschritte erzielt, wo ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 137,5 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 282 Megawattstunden (MWh) bereits ans Netz angeschlossen wurde. Die Anlage nutzt einen 110-Kilovolt-Anschluss, der vom Verteilnetzbetreiber Avacon betrieben wird. Ein 100-Megawatt-Teil des Projekts soll im Frühjahr 2026 den Betrieb aufnehmen, während die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme nach Tests und Probebetrieb für August 2026 geplant ist.
Unterdessen hat RWE die finale Investitionsentscheidung für den Bau eines Zwei-Stunden-Batteriespeichers in Lingen getroffen. Der offizielle Baubeginn war am 2. Februar 2026. Auf dem Gelände werden 200 Lithium-Ionen-Batterieeinheiten, 100 Wechselrichter sowie über 50 Mittelspannungstransformatoren installiert, ergänzt durch zwei Hochspannungstransformatoren. Nach Fertigstellung wird die Anlage über das nahegelegene, derzeit im Bau befindliche Umspannwerk Hilgenburg des Übertragungsnetzbetreibers Amprion ans Netz angebunden.
Der Linger Speicher ist mit netzbildenden Fähigkeiten konzipiert und kann das Stromnetz stabilisieren, indem er innerhalb von Millisekunden Energie aufnimmt oder abgibt. Diese Flexibilität trägt dazu bei, Angebot und Nachfrage auszugleichen und so zu einer zuverlässigeren Strompreisentwicklung beizutragen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2028 vorgesehen.
Zusammen repräsentieren die Projekte in Alfeld und Lingen eine neue Dimension für den deutschen Speichermarkt: Ihre kombinierte Kapazität wird zwischen 700 und 800 MWh liegen.
Während der Alfeld-Speicher bis August 2026 voll betriebsbereit sein wird, soll die Linger Anlage zwei Jahre später ans Netz gehen. Beide Projekte werden die Netzstabilität verbessern und Deutschlands Übergang zu einem flexibleren Energiesystem unterstützen. Mit ihrer Fertigstellung wird das Land zu den führenden Nationen im Bereich großtechnischer Batteriespeicher zählen.