Rossmann und dm stürmen mit eigenen Versandapotheken den Pharmamarkt
Leni SchröderRossmann und dm stürmen mit eigenen Versandapotheken den Pharmamarkt
Zwei große deutsche Drogerieketten drängen in den Apothekenmarkt vor – nach dm zieht nun auch Rossmann nach. Der Einstieg in den Versandapothekenbereich markiert für beide Händler einen strategischen Kurswechsel. Hinter den Kulissen treiben Branchenkenner aus der Pharmaindustrie diese Schritte voran.
Den ersten Schritt wagte dm, was Rossmann zum Handeln veranlasste. Unternehmenschef Raoul Roßmann gab offen zu, dass die Entscheidung von dm die eigenen Pläne beeinflusst habe. Branchenexperten weisen darauf hin, dass solche Expansionsschritte politisches Gewicht haben – besonders, wenn die Ketten gemeinsam agieren.
Beide Unternehmen haben erfahrene Manager für ihre Apothekenvorhaben verpflichtet. dm holte Thomas Frömbling, einen ehemaligen Führungskräfte von Gehe, an Bord, um die Versandapotheke zu leiten. Rossmann wiederum berief Philipp Storb zu einem von zwei Geschäftsführern der Apotheken-Sparte – neben Malte Held. Storb blickt auf eine Karriere bei großen Playern der Pharmaindustrie zurück: 2009 wechselte er von der Unternehmensberatung Kienbaum zu Gehe, wo er später als Regionaldirektor Nord fungierte. 2017 ging er zu DocMorris/Zur Rose und war dort bis 2021 als Vice President Einkauf tätig. Nun soll er den Aufbau der Rossmann-Versandapotheke von den Niederlanden aus vorantreiben. Der Fokus liegt auf dem Start eines Online-Angebots, doch über personelle Veränderungen ist bisher wenig bekannt. Noch wurde kein ehemaliger Manager als verantwortlicher Leiter für den operativen Betrieb der neuen Sparte benannt.
Mit dem direkten Wettbewerb im Apothekenbereich, gestützt durch Branchenveteranen, könnten Rossmann und dm den Zugang der Kunden zu Medikamenten neu gestalten. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie zügig die neuen Geschäfte an Fahrt aufnehmen.