13 March 2026, 20:23

Rechtsextreme Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Niederlassung mit Glaswänden und einem Logo auf der linken Seite auf dem Boden, einige halten ein Transparent mit Text, unter Deckenleuchten, die wie eine Protestaktion aussehen.

Arbeitnehmerorganisation Center erstmals in einen VW-Betriebsrat gewählt - Rechtsextreme Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Die rechtsextremismusnahe Gewerkschaft Zentrum hat erstmals Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Bei der Wahl im Werk Braunschweig sicherte sie sich 6,49 Prozent der Stimmen und damit zwei der 35 zu vergebenden Plätze. Dies markiert eine Verschiebung in der betrieblichen Interessenvertretung, die bislang von der IG Metall dominiert wurde.

Die IG Metall behielt mit 78,5 Prozent der Stimmen und 28 Sitzen ihre starke Position. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Mandaten. Der Erfolg von Zentrum, wenn auch bescheiden, ist bemerkenswert, da die Gruppe bei Volkswagen erstmals mit einer eigenen Liste antrat.

Gegründet wurde Zentrum 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim. Mittlerweile ist die Organisation auch am VW-Standort Braunschweig vertreten. Selbst mit mehr Kandidaten hätte ihr Stimmenanteil jedoch keine zusätzlichen Sitze gebracht.

Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, bewertete das Ergebnis angesichts schwieriger Rahmenbedingungen als positiv. Sie betonte, dass die Mehrheit der Belegschaft weiterhin zu traditioneller Solidarität und Tarifbindung stehe.

Der Einzug von Zentrum in den Betriebsrat spiegelt einen Wandel in der politischen Landschaft des Werks wider. Die beiden errungenen Sitze fallen in eine Zeit, in der rechtsextreme Einflüsse in der Arbeitnehmervertretung zunehmen. Die IG Metall bleibt jedoch mit 28 von 35 Sitzen die mit Abstand stärkste Kraft.

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