18 January 2026, 17:39

Proteste im Iran ebben ab – doch die Folgen bleiben spürbar

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, mit Fahnen und Plakaten in den Händen, einem Banner auf der rechten Seite und dem Torbogen mit Statuen und Säulen unter einem bewölkten Himmel.

2000 Menschen bei Solidaritätsdemo in Berlin für Iraner - Proteste im Iran ebben ab – doch die Folgen bleiben spürbar

Am 28. Dezember brachen in ganz Iran Proteste aus, die zunächst von wirtschaftlichen Nöten ausgingen, sich aber bald zu einer landesweiten Opposition gegen die Regierung ausweiteten. Obwohl die Unruhen inzwischen abgeebbt sind, sind ihre Auswirkungen sowohl im Inland als auch international weiterhin spürbar. Am vergangenen Wochenende versammelten sich in Berlin rund 2.000 Menschen zu einer friedlichen Kundgebung, um ihre Solidarität mit den iranischen Demonstranten zu zeigen.

Die Proteste im Iran begannen als Ausdruck der Frustration über steigende Lebenshaltungskosten und Arbeitslosigkeit, entwickelten sich jedoch schnell zu weitergehenden Forderungen nach politischem Wandel. Die Behörden reagierten mit Härte, was zu einer brutalen Niederschlagung führte. Laut der Organisation Iran Human Rights wurden bei den Unruhen mindestens 3.428 Protestierende getötet.

Am 8. Januar verhängte die Regierung einen fast vollständigen Kommunikationsblackout: Landesweit wurden Internet-, Mobilfunk- und Festnetzverbindungen gekappt. Die Abschaltung dauerte zehn Tage und behinderte den Informationsfluss massiv. Nun kündigten die Behörden an, die Verbindungen schrittweise wiederherzustellen. Unterdessen organisierte in Berlin ein Bündnis aus Gruppen – darunter Amnesty International und die Linke – am Sonntag eine Solidaritätskundgebung. An der Veranstaltung nahmen etwa 2.000 Menschen teil; größere Störungen wurden nicht gemeldet.

Obwohl die Proteste im Iran largely abgeklungen sind, hinterlassen die gewaltsame Reaktion der Regierung und der langanhaltende Internetblackout nachhaltige Spuren. Während die Verbindungen allmählich wiederaufgebaut werden, bleibt das Ausmaß der Repression ein zentraler Kritikpunkt. Die Berliner Kundgebung unterstrich die internationale Unterstützung für die von den Unruhen Betroffenen.