Proteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren – Aktivisten warnen vor Klimarisiken
Emilia NeumannProteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren – Aktivisten warnen vor Klimarisiken
Rund 80 Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future versammelten sich am Hooksieler Außentief in Wilhelmshaven, um gegen die Pläne für ein drittes LNG-Terminal zu protestieren. Die Kundgebung fand in der Nähe der Höegh Esperanza statt, eines riesigen Lager- und Regasifizierungsschiffs, das in der Region vor Anker liegt. Umweltverbände warnen, dass das Projekt die biologische Vielfalt bedroht und die Klimarisiken in einer ohnehin schon gefährdeten Region weiter verschärft.
An der Demonstration beteiligten sich lokale und internationale Kampagnenführer, darunter auch Teilnehmer einer Anti-LNG-Konferenz, die ebenfalls in Wilhelmshaven stattfand. Martin Lüdders, ein Fridays-for-Future-Aktivist aus Stade, betonte vor den Versammelten, dass die Region zu den am stärksten vom Klimawandel bedrohten Gebieten Deutschlands gehöre. Steigende Meeresspiegel, Sturmfluten und extreme Hitze setzten die Nordseeküste bereits jetzt einem hohen Risiko aus, wie der Klimarisikoindex zeigt.
Ein neu gegründetes Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe (DUH), BUND und NABU hat rechtliche Schritte gegen den Bebauungsplan des Terminals eingeleitet und fordert Änderungen im Naturschutzrecht. Das Gebiet ist Lebensraum für über 600 Arten, viele davon gefährdet, und damit von zentraler Bedeutung für den Artenschutz. Milena Pressentin von der DUH bezeichnete das Projekt als "feinste Ökowäsche" und kritisierte, es zementiere die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, statt den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben.
Niksa Marusic, der Wilhelmshavener Stadtplanungschef, verteidigte das Terminal als notwendig für die Energiesicherheit und die Klimaziele. Die Protestierenden wies dies zurück und warfen dem Projekt vor, kurzfristige fossile Abhängigkeiten über langfristige Nachhaltigkeit zu stellen.
Die juristische und öffentliche Opposition unterstreicht die Spannungen zwischen Energieinfrastruktur und Umweltschutz. Da sich Naturschutzverbände und Aktivisten gegen die Pläne stellen, könnte die Zukunft des Projekts von Gerichtsentscheidungen und politischen Weichenstellungen abhängen. Der Protest markiert einen weiteren Konflikt in der deutschen Debatte darüber, wie Energiebedarf und Klimaschutz in Einklang zu bringen sind.






