04 May 2026, 08:17

Protest gegen Gas-Kraftwerk in Mainz: Umweltbündnis stoppt Anhörung zu fossiler Energie

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimaprotestaktion in Berlin teilnehmen, die von Bäumen und einem klaren blauen Himmel umgeben ist.

Protest gegen Gas-Kraftwerk in Mainz: Umweltbündnis stoppt Anhörung zu fossiler Energie

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Das von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) getragene Vorhaben würde die Ingelheimer Aue, ein Überschwemmungsgebiet, belegen und 44 Millionen Euro kosten. Kritiker argumentieren, dass die Investition veraltete Technologie zementiert, obwohl bereits saubere Alternativen verfügbar sind.

Die Koalition – darunter Scientists for Future und der BUND Mainz – reichte beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd) zehn formelle Einsprüche ein. Sie hinterfragten das Fehlen einer aktualisierten Umweltverträglichkeitsprüfung und wiesen darauf hin, dass die letzte Bewertung im Jahr 2005 stattfand. Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde später abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einsprüche als begründet anerkannt hatte.

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Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern als verantwortungslos. Er verwies auf erprobte, kostengünstige Alternativen wie Batteriespeicher, deren Preise in den letzten Jahren stark gesunken seien. Die Koalition wies zudem die langfristigen Wasserstoff-Umstellungspläne der KMW als unrealistisch, ökologisch fragwürdig und finanziell riskant zurück.

Stattdessen drängen die Gruppen auf Gespräche mit der SGD Süd und den KMW. Ihr Ziel ist es, treibhausgasneutrale Optionen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern.

Die abgesagte Anhörung lässt die Zukunft des Projekts ungewiss. Das Bündnis bleibt bei seiner Forderung nach modernen, nachhaltigen Lösungen statt Gasinfrastruktur. Der 44-Millionen-Euro-Plan sieht sich zunehmend mit Widerstand von Fachleuten und Umweltschützern konfrontiert.

Quelle