Preis-Schock an der Mailänder Scala: Warum 36 Sitze die Gemüter erhitzen
Emma BeckerPreis-Schock an der Mailänder Scala: Warum 36 Sitze die Gemüter erhitzen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für eine kleine Anzahl von Plätzen stark angestiegen. Die Erhöhung betrifft lediglich 36 der insgesamt 531 Sitze, hat aber unter treuen Fans dennoch Wut ausgelöst. Während der Premiere von Carmen kam es zu Protesten, bei denen aus den oberen Rängen Flugblätter geworfen wurden.
Die Preisanhebung zielt auf einige der begehrtesten Plätze ab. Die Abonnements für diese Sitze stiegen von 800 auf 1.050 Euro – ein Anstieg von über 30 Prozent. Die Theaterleitung betont jedoch, dass die Auswirkungen insgesamt begrenzt seien: Die meisten Tickets blieben von größeren Erhöhungen verschont, etwa die Plätze im Stehparterre, deren Preise zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27 nur um 1,48 Euro stiegen.
Die Führung der Scala spielt die Kritik herunter und bezeichnet die Reaktion als übertrieben. Man verweist darauf, dass die Preise zehn Jahre lang unverändert geblieben seien und unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina auch weiterhin eingefroren bleiben sollen. Das Haus, das bereits nach dem Salzburger Festspiele das teuerste Europas ist, begründet die Anpassung mit finanziellen Belastungen vor anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung von Werkstätten.
Besonders verärgert zeigen sich die Loggionisti, die treuen Stammgäste der oberen Ränge. Trotz eines Überschusses im Haushalt spiegle die Preiserhöhung die Notwendigkeit wider, künftige Kosten zu decken. Weitere Anpassungen seien vorerst nicht geplant.






