Polizist unter Belästigungsverdacht – Vorgesetzte in der Kritik wegen mutmaßlicher Strafvereitelung
Mila VoigtPolizist unter Belästigungsverdacht – Vorgesetzte in der Kritik wegen mutmaßlicher Strafvereitelung
Ein 37-jähriger Polizeibeamter des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim steht unter Verdacht, eine Frau bei einer privaten Boßel-Veranstaltung in Baccum sexuell belästigt zu haben. Der Vorfall hat zu einer breiteren Überprüfung geführt, nachdem Vorwürfe bekannt wurden, wonach die Dienststellenleiterin Nicola Simon in die Nachwehen des Vorfalls eingriff, indem sie dem Beschuldigten erlaubte, auf der Veranstaltung zu bleiben.
Der Beamte war nach der Belästigungsbeschwerde zunächst von der Feier entfernt worden. Allerdings soll ihn Dienststellenleiterin Nicola Simon später wieder zurückkehren lassen haben – ein Vorgehen, das Fragen zu ihrem Umgang mit der Situation aufwirft. Infolgedessen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück Ermittlungen sowohl gegen den Beamten wegen sexueller Belästigung als auch gegen Simon wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt eingeleitet.
Gegen Simon laufen nun disziplinarrechtliche Verfahren. Die möglichen Konsequenzen für sie reichen von einem offiziellen Verweis bis hin zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Sie wurde bereits vorläufig von ihren dienstlichen Pflichten suspendiert, während der Fall geprüft wird.
Das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim war bereits in der Vergangenheit in die Kritik geraten. In einem früheren Fall hatte sich herausgestellt, dass ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar rassistische und nationalsozialistisch verherrlichende Inhalte verbreitet hatte. Diesmal lehnte die Dienststelle eine Stellungnahme ab und verwies alle Anfragen an das Polizeidirektion Osnabrück.
Im Falle einer Verurteilung drohen dem Beamten schwere Strafen, darunter Haft und Geldbußen. Auch Strafvereitelung im Amt hat erhebliche rechtliche Folgen.
Der Vorfall hat disziplinarische Maßnahmen gegen Simon sowie eine offizielle Untersuchung ihres Verhaltens ausgelöst. Das Ergebnis wird entscheiden, ob sie ihr Amt behält oder mit weiteren Sanktionen rechnen muss. Der beschuldigte Beamte bleibt unterdessen weiter Gegenstand der Ermittlungen, während das juristische Verfahren läuft.






