16 January 2026, 00:56

Pferhändlerin wegen 335-fachem Betrug mit gefälschten Laborberichten vor Gericht

Ein altes Buch mit einem Coverbild eines Pferde-, Rinder- und Schafmedizinkastens, betitelt mit "Pferde-, Rinder- und Schafmedizin".

Pferhändlerin wegen 335-fachem Betrug mit gefälschten Laborberichten vor Gericht

Vor dem Landgericht Osnabrück muss sich eine 59-jährige Pferhändlerin aus Nordhorn wegen der Vorlage gefälschter Laborberichte verantworten. Die Frau wird in 335 Fällen Betrug vorgeworfen – sie soll Dokumente manipuliert haben, um tierärztliche Kontrollen beim Export von Pferden zu umgehen. Der Prozess begann am 13. Januar 2026; das Urteil wird für den 5. Februar 2026 erwartet.

Aufgedeckt wurde der Fall, nachdem ein Mitarbeiter des Veterinäramts Grafschaft Bentheim Anzeige erstattet hatte. Die Ermittler fanden heraus, dass die Angeklagte mutmaßlich gefälschte Laborergebnisse eingereicht hatte, um Quarantäne- und Testpflichten zu umgehen. Mit den manipulierten Unterlagen soll sie Pferde ins Ausland exportiert haben, ohne die vorgeschriebenen Gesundheitskontrollen durchlaufen zu müssen.

Das Gericht bestätigte, dass die Frau bewusst war, dass die Papiere gefälscht waren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, auf diese Weise rund 167.000 Euro gespart zu haben, indem sie die gesetzlich vorgeschriebenen tierärztlichen Untersuchungen umging. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob die Angeklagte Behörden gezielt täuschte, um den Pferdeexport zu beschleunigen. Der Fall ist einer der größten seiner Art in der Region.

Das Urteil in diesem viel beachteten Prozess wird am 5. Februar 2026 erwartet. Im Falle einer Verurteilung muss die Pferhändlerin mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahrzehnt rechnen. Der Fall wirft zudem Fragen nach der Kontrolle tierärztlicher Exportverfahren auf.