Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft 2025 um Überleben – doch ein Deal gibt Hoffnung
Emilia NeumannOstdeutschlands Chemieindustrie kämpft 2025 um Überleben – doch ein Deal gibt Hoffnung
Ostdeutschlands Chemieindustrie durchlebte 2025 ein weiteres schwieriges Jahr. Die Umsätze stiegen kaum, Arbeitsplätze gingen verloren, und die Produktion schrumpfte weiter. Nun bietet ein möglicher Rettungsdeal für zwei insolvente Domo-Tochterunternehmen in Leuna einen seltenen Hoffnungsschimmer für die angeschlagene Branche.
Die Chemieindustrie in Ostdeutschland erzielte 2025 einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro – ein minimaler Anstieg von 0,5 Prozent. Dieses bescheidene Wachstum ging allein auf das Konto der Pharmabranche zurück, während die traditionelle chemische Produktion um etwa drei Prozent zurückging. Die Fabriken arbeiteten im Schnitt nur zu 72 Prozent ihrer Kapazität auslastet – ein Zeichen für die anhaltenden Probleme.
Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strenge Regulierungen belasten die Branche seit Jahren. Mittlerweile stammen rund zwei Drittel der wichtigsten Chemiegrundstoffe aus Asien, was die heimischen Hersteller anfällig für globale Lieferkettenstörungen macht. Der Konflikt im Nahen Osten verschärfte die Lage zusätzlich, trieb die Kosten in die Höhe und schuf weitere Unsicherheit.
Auch die Beschäftigung litt unter der Krise. 2025 arbeiteten noch 63.000 Menschen in der ostdeutschen Chemieindustrie, wobei die Jobverluste vor allem die chemische Produktion trafen. Weniger als jedes zehnte Unternehmen erwartet in naher Zukunft eine Besserung der Lage.
Vor diesem Hintergrund springen nun InfraLeuna und Leuna-Harze ein: Sie planen, zwei insolvente Domo-Tochterfirmen in Leuna zu übernehmen. Der Schritt gilt als wichtiger Impuls für die Region, in der Insolvenzen und Werksschließungen längst zum Alltag gehören.
Die geplante Rettung der Domo-Standorte in Leuna könnte der Branche dringend benötigte Stabilität bringen. Zwar bleiben die meisten Unternehmen vorsichtig, doch der Deal zeigt: Trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Belastungen gibt die Chemieindustrie nicht auf. Eine echte Erholung allerdings scheint für viele in Ostdeutschlands Chemiesektor noch in weiter Ferne.






