31 January 2026, 12:31

Osnabrück gedenkt 38 lokaler NS-Opfer mit bewegender Veranstaltung und neuer Ausstellung

Ein steinernes Schild an einem Gebäude, bedeckt von Schnee, mit Text, der wahrscheinlich Holocaust-Opfern gedenkt.

Osnabrück gedenkt 38 lokaler NS-Opfer mit bewegender Veranstaltung und neuer Ausstellung

Fast 200 Menschen versammelten sich am 27. Januar auf dem Marktplatz in Osnabrück, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Bei der feierlichen Veranstaltung wurden Kränze niedergelegt, Reden gehalten und die Namen von 38 lokalen Opfern verlesen, die unter der NS-Herrschaft ermordet wurden. Organisiert vom Landkreisverband Osnabrück, markierte die Gedenkfeier zugleich die Eröffnung einer neuen Ausstellung über die frühen Konzentrationslager.

Bürgermeisterin Katharina Pötter und Landrätin Anna Kebschull eröffneten die Veranstaltung mit der Kranzniederlegung an den Gedenktafeln für jüdische und niederländische Opfer. Anschließend führte Kantor Baruch Chauskin das El male Rachamim, das Gebet für die sechs Millionen im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden.

Schülerinnen, Schüler sowie Aktivistinnen der Initiative "Omas gegen rechts" verlasen abwechselnd die Namen, das Alter und die Todesdaten von 38 Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern, die der NS-Verfolgung zum Opfer fielen. Jonny Böhmer, Vertreter der Beratungsstelle für Sinti und Roma in Niedersachsen, erinnerte in seiner Rede an das Leid der Sinti-Opfer und die anhaltende Diskriminierung, der ihre Gemeinschaft noch heute ausgesetzt ist. Auch er legte einen Kranz zum Gedenken nieder.

Bürgermeisterin Pötter warnte vor der Rückkehr entmenschlichender Ideologien und betonte die Bedeutung von Aufklärung, um das Gedenken an die Verbrechen der Vergangenheit wachzuhalten. Den Abschluss bildete die Eröffnung der Ausstellung "Vorspiel des Terrors: Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus".

Die Gedenkveranstaltung vereinte lokale Amtsträger, Jugendliche und Aktivistinnen, um über die Verbrechen der NS-Zeit zu reflektieren. Durch die neue Ausstellung und die öffentliche Namenslesung wurden die Schicksale der Osnabrücker Opfer ins Bewusstsein gerufen. Die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltung zu anhaltender Wachsamkeit gegen Hass und Intoleranz beiträgt.