10 January 2026, 04:50

NS-Zeit durch Fußball erleben: Digitaler Rundgang am VfL-Stadion Osnabrück

Ein Stadion voller Menschen, Fahnen und Stühle, mit einem Zaun unten und einer Treppe links.

NS-Zeit durch Fußball erleben: Digitaler Rundgang am VfL-Stadion Osnabrück

Ein neuer digitaler Stadtrundgang in Osnabrück bringt jungen Menschen die NS-Zeit durch die Brille des lokalen Fußballs näher. Entwickelt von Schüler:innen und Historiker:innen, verbindet das Projekt Geschichte mit dem Stadion des VfL Osnabrück. Die Tour möchte Besucher:innen mit Geschichten über Ungerechtigkeit, Widerstand und Propaganda aus den 1930er- und 1940er-Jahren konfrontieren.

Der Rundgang mit dem Titel „HistoryTrail – NS-Zeit um das Bremer-Brücke-Stadion“ entstand durch die Arbeit von zwölf Schüler:innen des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Sie arbeiteten gemeinsam mit Pädagog:innen, Historiker:innen und dem VfL Osnabrück-Museum im Rahmen des Projekts „Rot gegen das Vergessen – Erinnerungswege schaffen“. Gefördert wurde das Vorhaben von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ (EVZ) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm „JUGEND erinnert – lokal & engagiert“.

Die Route beginnt am Stadion des VfL Osnabrück und umfasst acht Stationen. An jedem Ort können Besucher:innen historische Fotos betrachten und kurze Audiobeiträge anhören, die die Bedeutung des Ortes erklären. Die Themen reichen von der Instrumentalisierung des Sports durch die Nationalsozialisten bis zur Verfolgung von Martha Müller, einer Osnabrücker Frau, die vom Regime ins Visier genommen wurde. Eine weitere Station erzählt die Geschichte von Egon Kuhn, einer Persönlichkeit, die sich der NS-Ideologie verschrieb. Der Erfolg des Projekts basierte auf breiter Zusammenarbeit: Neben Schüler:innen und Historiker:innen unterstützten die VfL-Allianz „Tradition lebt durch Erinnerung“, das Büro für Friedenspolitik der Stadt Osnabrück, lokale Fangruppen und der Schinkel-Bürgerverein die Initiative. Tina Schröter vom Osnabrücker Fanprojekt koordinierte die Arbeit und sorgte dafür, dass die Tour historische Genauigkeit mit öffentlicher Ansprache verband.

Der digitale Rundgang steht nun allen Interessierten offen, die sich mit Osnabrücks Kriegsvergangenheit auseinandersetzen möchten. Indem das Projekt Fußball mit lokaler Geschichte verknüpft, bietet es einen neuen Zugang zum Verständnis der NS-Zeit. Die Initiator:innen hoffen, dass er besonders junge Menschen zum Nachdenken über Ungerechtigkeit und die Bedeutung des Erinnerns anregt.