06 January 2026, 12:41

Niedersachsens Krankenhäuser kämpfen mit Finanznot und wachsender Gewalt gegen Personal

Ein gelber Krankenwagen mit Text und Zahlen an der Seite.

Krankenhäuser klagen über Gewalt gegen Personal - Niedersachsens Krankenhäuser kämpfen mit Finanznot und wachsender Gewalt gegen Personal

Krankenhäuser in Niedersachsen unter wachsendem Finanzdruck und steigender Gewalt gegen Mitarbeiter

Krankenhäuser in ganz Niedersachsen sehen sich mit zunehmender finanzieller Belastung und einer besorgniserregenden Zunahme von Gewalt gegen das Personal konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mehr als die Hälfte der Einrichtungen bis Ende 2025 mit einem Defizit rechnet, während die Angriffe auf Beschäftigte in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen sind. Die Ergebnisse verdeutlichen die sich verschärfenden Herausforderungen für Gesundheitskräfte in der Region.

Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) führte die Erhebung im August und September 2025 durch. Von 161 zugelassenen Krankenhäusern beteiligten sich 130 – die Ergebnisse belegen einen deutlichen Anstieg verbaler und körperlicher Übergriffe. Über 72 Prozent der Befragten verzeichneten eine Zunahme solcher Vorfälle, während keine Einrichtung einen Rückgang meldete.

Besonders betroffen sind Pflegekräfte und Mitarbeiter in Notaufnahmen. Viele Opfer leiden unter langfristigen psychischen Folgen, einige entscheiden sich sogar, ihren Beruf aufzugeben oder in andere Bereiche zu wechseln. Die Gewalt zwingt die Krankenhäuser zum Handeln: Sie setzen auf Deeskalationstrainings für Mitarbeiter sowie neue Sicherheitsmaßnahmen wie Notfallknöpfe und Sicherheitskräfte vor Ort. Gleichzeitig belastet die finanzielle Schieflage die Einrichtungen schwer. Mehr als die Hälfte der Häuser in Niedersachsen arbeitet mittlerweile mit Verlusten, während übermäßige Bürokratie Ressourcen von der Patientenversorgung abzieht. Die Kombination aus finanzieller Not und steigender Gewalt setzt den Gesundheitssektor unter enormen Druck.

Die Umfrage unterstreicht zwei zentrale Problembereiche: die sich verschlechternde Finanzlage und die zunehmende Gewalt in Niedersachsens Krankenhäusern. Da mehr als die Hälfte der Einrichtungen bis Ende 2025 mit Defiziten rechnet, steht die Branche vor einer ungewissen Zukunft. Gleichzeitig sehen sich die Beschäftigten wachsenden Risiken ausgesetzt – die Krankenhäuser reagieren mit Investitionen in Sicherheitsvorkehrungen und Unterstützungssysteme.