13 March 2026, 14:15

Niedersachsen diskutiert striktes Handyverbot an Schulen gegen Cybermobbing und Ablenkung

Eine Klasse in Nigeria mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenleuchten und -ventilatoren im Hintergrund.

Schulleitungen drängen auf Handy-Verbot - Niedersachsen diskutiert striktes Handyverbot an Schulen gegen Cybermobbing und Ablenkung

Schulleitungen und Lehrkräfte in Niedersachsen fordern ein vollständiges Handyverbot in Klassenzimmern. Sie argumentieren, dass die aktuellen Regelungen, die von den einzelnen Schulen selbst festgelegt werden, die wachsenden Probleme wie Cybermobbing, Ablenkung und sogar schwere Straftaten im Zusammenhang mit der Smartphone-Nutzung nicht ausreichend bekämpfen. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der das Bildungssystem des Landes mit den Auswirkungen von Messengerdiensten und sozialen Medien auf das Verhalten und die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler ringt.

Der Verband der Schulleiter in Niedersachsen (SLVN) hat sich offiziell mit einem Appell an den Bildungsausschuss des Landtages gewandt und strengere Maßnahmen gefordert. Der Vorsitzende Matthias Aschern verwies auf erschütternde Fälle, in denen Übergriffe und Sexualdelikte allein mit dem Ziel begangen wurden, die Opfer zu filmen und bloßzustellen. Seine Warnung deckt sich mit den Bedenken des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL), dessen Vorsitzender Torsten Neumann Klassenchats als Nährboden für Gruppendruck, Ausgrenzung und öffentliche Demütigung bezeichnete.

Kritiker monieren, dass das aktuelle Flickwerk aus Schulregelungen – bei dem fast jede Einrichtung eigene Bestimmungen zur Handynutzung hat – sich als unwirksam erwiesen habe. Die Konzentrationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler habe deutlich nachgelassen, manche könnten sich nicht einmal mehr drei Minuten lang auf ein Video fokussieren. Messengerdienste und soziale Medien fungierten wie ein "Paralleluniversum", das sich oft der schulischen Aufsicht entziehe.

Als Reaktion brachte die CDU am 10. Oktober 2024 einen Antrag (Drucksache 20/312) ein, der ein generelles Smartphone-Verbot vorsieht. Der Plan umfasst die verpflichtende Aufbewahrung der Geräte in Schließfächern oder speziellen Taschen während des Unterrichts, das Recht der Lehrkräfte, Handys einzuziehen, sowie die Einrichtung digitalfreier Zonen. Stand März 2026 wird der Antrag jedoch noch beraten und ist noch nicht in Kraft getreten.

Der Druck auf ein gesetzliches Verbot spiegelt die wachsende Sorge über die Auswirkungen von Smartphones auf die Sicherheit und Bildung der Schüler wider. Sollte der Antrag angenommen werden, würden die neuen Regeln die Beschränkungen in allen niedersächsischen Schulen vereinheitlichen. Bis dahin bleiben Lehrkräfte auf die uneinheitlichen lokalen Vorschriften angewiesen, während sie auf eine Entscheidung des Landtages warten.

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