05 April 2026, 04:15

Neues Online-Portal macht rechtsextreme Dokumente von 1945 bis 2000 frei zugänglich

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text und Wasserzeichen, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland.

Neues Online-Portal macht rechtsextreme Dokumente von 1945 bis 2000 frei zugänglich

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Der Zeitraum von 1945 bis 2000 wird abgedeckt, und das Projekt richtet sich an Forscher:innen, Schulen sowie die politische Bildungsarbeit. Über 30 Expert:innen haben die Materialien für die öffentliche Nutzung aufbereitet, annotiert und in ihren historischen Kontext eingeordnet.

Das unter https://radikale-rechte.de/ abrufbare Portal wurde von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch herausgegeben. Bösch leitet das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), während Botsch dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ) angehört. Ihre Zusammenarbeit vereint akademische Präzision mit historischer Fachkompetenz.

Die Sammlung umfasst Propagandatexte, gewaltverherrlichende Rhetorik sowie Materialien, die gezielt junge Zielgruppen ansprechen. Die Dokumente zeugen von den sich wandelnden Strategien rechtsextremer Gruppen über fünf Jahrzehnte hinweg. Seit dem Start des Portals hat sich der Zugang zu solchen Quellen deutlich verbessert – ein wichtiger Schritt, um die Erforschung extremistischer Tendenzen nach dem Jahr 2000 effizienter zu gestalten.

Aktuelle Daten unterstreichen die Bedeutung des Portals: Ein Bericht aus dem Jahr 2024 verzeichnete eine Verdopplung antisemitischer Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr. Durch die leichtere digitale Verfügbarkeit können extremistische Entwicklungen nun umfassender analysiert werden – eine Lücke, die frühere Dokumentationsbemühungen oft ließen.

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Das Portal bietet eine zentrale Anlaufstelle für die Erforschung des Rechtsextremismus in Deutschland. Dank des Open-Access-Modells stehen die Quellen Forscher:innen, Lehrkräften und der Öffentlichkeit zur Untersuchung historischer Muster offen. Langfristig soll das Projekt durch gesicherte Belege das Bewusstsein und die Analyse extremistischer Bewegungen stärken.

Quelle