Neuer Tarifvertrag für ÖPNV-Beschäftigte in NRW: mehr Rechte, aber höhere Kosten
Mila VoigtNeuer Tarifvertrag für ÖPNV-Beschäftigte in NRW: mehr Rechte, aber höhere Kosten
Neue Tarifvereinbarung für ÖPNV-Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen
Für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen wurde eine neue Tarifvereinbarung erzielt. Diese umfasst kürzere Arbeitszeiten, verlängerte Ruhepausen und höhere Zuschläge. Unklar bleibt jedoch, wie die zusätzlichen Kosten gedeckt werden sollen – möglicherweise könnten Fahrgäste langfristig durch Preiserhöhungen belastet werden.
Ab Juli 2027 sinkt die wöchentliche Arbeitszeit für das Verkehrspersonal von 39 auf 38,5 Stunden, bis Juli 2028 dann auf 38 Stunden. Trotz der verkürzten Arbeitszeit bleiben die Löhne unverändert. Zudem treten verlängerte gesetzliche Ruhezeiten und höhere Sonntagszuschläge in Kraft.
Ziel der Vereinbarung ist es, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und so neue Mitarbeiter zu gewinnen. Da jedoch bei gleichbleibender Leistung weniger gearbeitet wird, könnten die Personalkosten steigen, falls mehr Beschäftigte eingestellt werden müssen. Auch Zeitarbeitnehmer profitieren von stärkeren Schutzrechten durch die neuen Regelungen.
Vor dem Abschluss des Tarifvertrags verdienten Busfahrer in Gelsenkirchen etwa 16,50 Euro pro Stunde, während Triebwagenführer bis zu 23 bis 28 Euro erhielten. Die durchschnittlichen Jahresgehälter lagen in NRW bei 34.200 Euro für Busfahrer und 42.100 Euro für Zugführer. Die genauen finanziellen Auswirkungen der Vereinbarung sind noch unklar, doch die Ausgaben werden voraussichtlich steigen.
Falls die öffentlichen Träger oder die Landesregierung die Mehrkosten nicht übernehmen, könnten die Fahrgäste in Solingen langfristig mit höheren Ticketpreisen rechnen. Noch ist offen, wer die zusätzlichen Belastungen tragen wird.
Die Vereinbarung bringt zwar bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten – mit kürzeren Arbeitszeiten und verbesserten Leistungen. Doch wer die finanziellen Folgen trägt – ob Behörden, die Landesregierung oder die Fahrgäste –, steht noch nicht fest. Sollte keine alternative Finanzierung gefunden werden, könnten Fahrpreisanpassungen folgen.






