28 December 2025, 06:10

Neuer Börsenverein-Präsident warnt vor dramatischem Rückgang der Lesekompetenz in Deutschland

Eine kleine Sammlung von Büchern ist zu sehen.

Rückgang des Lesens stellt Buchindustrie vor Herausforderungen - Neuer Börsenverein-Präsident warnt vor dramatischem Rückgang der Lesekompetenz in Deutschland

Sebastian Guggolz hat das Amt des neuen Präsidenten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt übernommen. Seine Aufgabe besteht darin, die gesamte Buchbranche zu unterstützen – von Verlagen bis zum Buchhandel. Er vertritt nun einen Sektor, der vor wachsenden Herausforderungen steht, während die Lesekompetenz in Deutschland weiter zurückgeht.

Guggolz arbeitet derzeit beim Fischer Verlag in Frankfurt und hat zudem in Berlin einen eigenen unabhängigen Verlag gegründet. Er betont die entscheidende Rolle unabhängiger Verlage für die Bewahrung kultureller und gesellschaftlicher Vielfalt. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich ehrenamtlich als Lesementor an einer Berliner Grundschule.

Die Lesefähigkeiten in Deutschland haben besorgniserregende Ausmaße erreicht: Rund jeder fünfte Erwachsene hat Schwierigkeiten mit grundlegenden Lese- und Schreibkenntnissen. Bei Kindern liest fast ein Viertel am Ende der Grundschulzeit nicht ausreichend. Guggolz warnt, dass diese Entwicklung schwerwiegende Folgen für die Demokratie haben könnte, da mangelnde Lesefähigkeit die politische Teilhabe schwächt und Entscheidungsprozesse verzerrt. Er fordert dringendes Handeln von Politik und Gesellschaft. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) war in jüngste Diskussionen eingebunden, darunter die Initiative DigitalPakt 2.0 in Berlin. Guggolz besteht darauf, dass ohne entschlossene Maßnahmen der Rückgang der Lesekompetenz die demokratische Teilhabe weiter aushöhlen werde.

Guggolz’ Amtszeit fällt in eine entscheidende Phase für die deutsche Buchbranche und das Bildungssystem. Seine Warnungen unterstreichen den Zusammenhang zwischen Lesefähigkeit und demokratischer Stabilität. Der Druck auf stärkere politische Maßnahmen und gesellschaftliches Engagement wird die künftigen Bemühungen prägen, diesen Trend umzukehren.