Netzeband wird zur Kultur-Bühne: Theatersommer zwischen Heide und Theaterzauber
Emilia NeumannNetzeband wird zur Kultur-Bühne: Theatersommer zwischen Heide und Theaterzauber
Netzeband, ein winziges Dorf mit weniger als 200 Einwohnern, bereitet sich auf sein jährliches Theatersommer-Festival vor. Von Mitte Juni bis Ende August bringt das Event Kultur und Leben in diese ruhige Ecke nahe der Kyritz-Ruppiner Heide, wo Besucher vom Regionalexpress 6 mit Vogelgesang empfangen werden.
Die Wurzeln des Festivals reichen bis zum Landschaftsarchitekten Horst Wagenfeld zurück. Er rettete die örtliche Kirche und das Dorfgasthaus, bevor er das Gelände in ein grasbewachsenes Amphitheater verwandelte. Später wurde der Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Frank Matthus zur treibenden Kraft hinter Netzebands kulturellem Aufschwung.
In diesem Sommer steht Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald auf dem Programm – eine Freilichtaufführung mit fast vier Meter hohen Figuren, die die Bewohner des fiktiven Städtchens Llareggub verkörpern. Lautsprecher übertragen ihre inneren Monologe. Das Stück, einst von Dorfbewohnern aufgeführt, wird heute von einer zweiten und sogar dritten Generation lokaler Ehrenamtlicher am Leben gehalten.
Andernorts in Netzeband stimmt der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell sich auf sein Konzert in der Temnitz-Kirche ein. Nur wenige Schritte entfernt lädt die Kyritz-Ruppiner Heide, ein Refugium für 79 Vogelarten, zu einem friedlichen Rückzug ein.
Das Festival verwandelt Netzeband in ein Zentrum für Theater und Musik. Besucher erleben Open-Air-Aufführungen, Konzerte und die natürliche Schönheit der umliegenden Heide. Das Event lenkt weiterhin die Aufmerksamkeit auf dieses kleine, aber kulturell lebendige Dorf.
