28 December 2025, 08:46

Millionen für Mecklenburg-Vorpommern – doch das Handwerk bleibt in der Krise

Eine Schreinerwerkstatt mit mehreren Arbeitern, umgeben von Werkzeugen und Materialien.

Handwerkssektor hofft auf Aufträge aus Bundes-Sondermitteln - Millionen für Mecklenburg-Vorpommern – doch das Handwerk bleibt in der Krise

Mecklenburg-Vorpommern erhält Milliarden-Förderung – doch Handwerksbranche stagniert

Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem erheblichen finanziellen Schub: Die Europäische Kommission hat einen Sonderfonds in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für die Region freigegeben. Die Mittel sollen in den kommenden Jahren vor allem der wirtschaftlichen Umstrukturierung, Modernisierung und der Fachkräfteschulung zugutekommen – mit besonderem Fokus auf das Handwerk. Doch trotz dieser Investitionen hat das Wachstum im Handwerkssektor 2023 spürbar nachgelassen.

Der über die nächsten zehn Jahre verteile Fonds der EU zielt darauf ab, die Produktivität und Digitalisierung lokaler Betriebe zu stärken. Ein Teil der Gelder fließt in die Modernisierung von Ausbildungszentren und die Förderung von Lehrlingen, darunter neue Stipendien für Auszubildende in Handwerksbetrieben. Auch die Finanzierung überbetrieblicher Lehrlingsprogramme wurde aufgestockt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Kürzlich eingeführte politische Reformen haben Handwerkern einige Erleichterungen gebracht: Meisterbetriebe dürfen nun Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser beantragen, was bürokratische Hürden abgebaut hat. Zusammen mit den zusätzlichen Investitionen konnte so der Stau in Bau- und Ausbaubranche verringert werden. Auch die Automobilindustrie zeigt erste Anzeichen der Erholung, wenn auch auf niedrigem Niveau. Kritik gibt es jedoch an Lücken in der Bundespolitik: Die Energiepolitik habe es versäumt, die Stromsteuer zu senken und Solo-Selbstständige im Handwerk von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht auszunehmen, monieren Vertreter der Branche. Gleichzeitig sind Betriebsaufgaben in der Region weniger auf Insolvenzen als vielmehr auf Altersrückgänge und fehlende Nachfolger zurückzuführen.

Mit einer geplanten Investition von drei bis fünf Milliarden Euro durch die Bundeswehr hellt sich die wirtschaftliche Perspektive zusätzlich auf. Dennoch unterstreicht die Stagnation des Handwerks 2023, dass die Region trotz der bevorstehenden Fördergelder weiterhin vor Herausforderungen steht.

Der 1,9-Milliarden-Fonds wird über zehn Jahre ausgeschüttet und konzentriert sich auf Modernisierung sowie Qualifizierung der Belegschaften. Zusammen mit den Bundeswehr-Investitionen hofft die Region auf nachhaltige wirtschaftliche Impulse. Ohne weitere Entlastungen für Kleinbetriebe und Rentereformen könnten einige Handwerkszweige jedoch weiterhin kämpfen.