17 June 2026, 18:57

Metall- und Elektroindustrie verliert 15.600 Jobs – stärkster Rückgang seit 2020

Industriekrise: Realität Schlimmer als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Metall- und Elektroindustrie verliert 15.600 Jobs – stärkster Rückgang seit 2020

Die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Im April ging die Beschäftigung in der Branche deutlich zurück – der stärkste Rückgang seit fast vier Jahren.

Allein im April verlor die Industrie saisonbereinnet 15.600 Arbeitsplätze, sodass die Gesamtbeschäftigung auf 3,746 Millionen sank. Dies ist der größte monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 sind über 300.000 Stellen abgebaut worden.

Auch die Produktion ging zurück: Im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten sank sie um 2,0 %, im Vorjahresvergleich sogar um 2,7 %. Die aktuelle Produktion liegt damit 15 % unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung beträgt derzeit 79 % – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 %.

Auch die Auftragslage hat sich stark verschlechtert. Im April gingen die Industrieaufträge im Vergleich zum März um 3,8 % zurück, ohne dass sich trotz staatlicher Unterstützung Anzeichen für eine Erholung abzeichnen. Im Dreimonatszeitraum bis April lagen die Aufträge 3,1 % unter denen der Vorperiode. Allein im Maschinen- und Elektroanlagenbau brachen die Neuaufträge im April um 5,4 % gegenüber dem Vormonat ein. Der Rückgang fiel stärker aus als erwartet, zudem wurden die März-Zahlen nachträglich nach unten korrigiert.

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Die allgemeine wirtschaftliche Belastung zeigt sich auch in der steigenden Zahl der Insolvenzen. Im Mai 2025 wurden in Deutschland 1.518 Unternehmenspleiten verzeichnet – ein Anstieg von 57 % im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Die Branche kämpft weiterhin mit sinkender Beschäftigung, rückläufiger Produktion und schwacher Auftragslage. Die Kapazitätsauslastung bleibt niedrig, und die Insolvenzzahlen steigen. Die Produktionsleistung liegt nach wie vor deutlich unter dem Niveau von 2018.

Quelle