Merz zweifelt am Kohleausstieg – und setzt auf Gas und längere Laufzeiten für Kohlekraftwerke
Emilia NeumannMerz zweifelt am Kohleausstieg – und setzt auf Gas und längere Laufzeiten für Kohlekraftwerke
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an Deutschlands Zeitplan für den Kohleausstieg geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Inflation mit 2,6 % den höchsten Stand seit Dezember 2024 erreicht hat – angetrieben durch steigende Öl- und Gaspreise. Auch der Konflikt im Iran hat die Verbraucherpreise so stark in die Höhe getrieben wie seit über drei Jahren nicht mehr.
In der Energiepolitik schloss Merz eine rasche Rückkehr zur Kernenergie aus. Stattdessen schlug er vor, bestehende Kohlekraftwerke länger am Netz zu lassen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zudem forderte er den Bau neuer Gaskraftwerke, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen.
Der Kanzler bekräftigte zwar seine Unterstützung für den Ausbau von Wind- und Solarenergie. Gleichzeitig regte er an, die Forschung zu kleinen modularen Reaktoren (SMR) und zur Kernfusion voranzutreiben. Diese Technologien könnten seiner Meinung nach langfristig eine Rolle im Energiemix spielen.
Die Inflationsrate wird nun auf 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr geschätzt, wobei die Verbraucherpreise allein im März um 1,1 % stiegen. Analysten führen den Anstieg auf höhere Spritkosten und geopolitische Spannungen zurück, die die globalen Energiemärkte belasten.
Merz' Aussagen deuten auf eine mögliche Verzögerung beim deutschen Kohleausstieg hin. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, die Energieversorgungssicherheit mit den Klimazielen in Einklang zu bringen – während die Preise weiter steigen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie schnell erneuerbare Energien die Lücke schließen können, die durch den Rückzug aus fossilen Brennstoffen entsteht.






