Marzahn Pride 2023: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit und Rassismus
Leni SchröderMarzahn Pride 2023: Sichtbarkeit als Widerstand gegen Queerfeindlichkeit und Rassismus
Marzahn Pride 2023 findet unter dem Motto „Sichtbarkeit ist Widerstand“ statt
Die Veranstaltung rückt die Herausforderungen in den Fokus, mit denen queere Geflüchtete und Migrant:innen im Bezirk konfrontiert sind. Die Organisator:innen haben ein ganztägiges Programm angekündigt, das mit einer Demonstration beginnt und in ein Nachbarschaftsfest übergeht.
Der Demonstrationszug startet um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten. Eröffnungsreden halten Vanessa Krah, die Queer-Beauftragte von Marzahn, sowie Gordon Lemm. Um 14:30 Uhr beginnt das queere Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs, Streetfood und weiteren Attraktionen.
Hinter der Veranstaltung steht der Verein Quarteera e.V., der sich für queere Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus einsetzt. Zwar gibt es bisher keine konkreten Hinweise auf rechtsextreme Mobilisierungen, doch Krah ruft zur Wachsamkeit auf. Sie verweist auf frühere Vorfälle, darunter spontane Neonazi-Aufmärsche und anhaltende Einschüchterungsversuche. 2022 hatte die rechtsextreme Gruppe Deutsche Jugend Voran (DJV) den Marzahn Pride mit Drohungen ins Visier genommen.
Der Appell zur Vorsicht kommt zu einer Zeit, in der das Berliner Register diskriminierender Vorfälle einen Anstieg körperlicher Angriffe und rechtsextremer Propaganda in Marzahn verzeichnet. Bundesweit wurden 2023 fast die Hälfte aller Pride-Veranstaltungen in Deutschland von rechtsextremen Gruppen durch Angriffe, Störungen oder Einschüchterungsversuche beeinträchtigt.
Der Marzahn Pride 2023 will Sichtbarkeit und Widerstand queerer Communities im Bezirk stärken. Angesichts der jüngsten rechtsextremen Aktivitäten in der Region findet die Veranstaltung mit erhöhtem Sicherheitsbewusstsein statt. Die Organisator:innen bleiben jedoch entschlossen, einen sicheren und feierlichen Raum für alle Teilnehmer:innen zu schaffen.






