14 March 2026, 12:16

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie in Belarus

Ein rotes und weißes Kissen mit der Aufschrift "Gerechtigkeit für Belarus" auf einem weißen Hintergrund.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für die Demokratie ausgezeichnet worden. Die Ehre, die zwar bereits 2022 bekannt gegeben, aber erst in diesem Jahr verliehen wurde, würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das Regime von Alexander Lukaschenko. Die Preisverleihung fand in der Krönungshalle zu Aachen statt, kurz nach ihrer Entlassung aus der Haft im Dezember 2025.

Im Rahmen derselben Zeremonie wurde auch Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsident, als Preisträger des Jahres 2023 geehrt.

Kolesnikowa war 2020 wegen der Organisation von Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Ihre Inhaftierung wurde zum Symbol für die brutale Niederschlagung von Opposition in Belarus.

Nach mehr als fünf Jahren hinter Gittern kam sie am 13. Dezember 2025 im Rahmen einer Freilassung von 123 politischen Gefangenen frei. Kurz nach ihrer Entlassung gewährte ihr Deutschland politisches Asyl.

Der Karlspreis, der seit 1950 verliehen wird, ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einigung und demokratische Werte einsetzen. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Kolesnikowas Auszeichnung fällt in eine Phase, in der Belarus vorsichtig wieder Annäherungsversuche an den Westen unternimmt – etwa durch das Ersuchen um Lockerung der Sanktionen oder sogar eine Einladung zum Friedensrat von Donald Trump 2026. Dennoch hält die Repression an: Oppositionsgruppen sehen sich weiterhin schweren Einschränkungen ausgesetzt, wie etwa der Einstufung der Social-Media-Kanäle der IGFM als "extremistisch" im März 2026. Zudem hat der Internationale Strafgerichtshof ein vorläufiges Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Deportationen unter Lukaschenkos Herrschaft eingeleitet.

Kolesnikowa lebt heute in Deutschland, wo sie sich weiterhin für die Demokratie in Belarus engagiert. Der Preis unterstreicht ihre Rolle im Kampf für freie Wahlen, doch die Unterdrückung durch das Regime bleibt unverändert. Gleichzeitig laviert Lukaschenkos Regierung zwischen begrenzten diplomatischen Gesten und der fortgesetzten Niederschlagung jeder Opposition.

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