Leipzig setzt auf Rekord-Solarthermie – trotz bundesweitem Rückgang der Technologie
Mila VoigtLeipzig setzt auf Rekord-Solarthermie – trotz bundesweitem Rückgang der Technologie
Deutschland verzeichnet starken Rückgang bei neuen Solarwärmeanlagen
In den vergangenen zwei Jahren ist die neu installierte Leistung von Solarwärmeanlagen in Deutschland deutlich gesunken. 2022 wurden noch knapp 500 Megawatt hinzugefügt, doch 2023 waren es nur noch 263 Megawatt, und 2024 sogar nur 154 Megawatt. Trotz dieses Trends hat Leipzig kürzlich ein großes Solarthermie-Projekt gestartet, um die grüne Wärmeversorgung der Stadt auszubauen.
Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, nahm offiziell 13.200 Solarkollektoren in Leipzig in Betrieb – den Startschuss für Deutschlands größte Solarthermieanlage. Die Anlage mit dem Namen Solarthermie-Feld West erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt. Sie nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter sowie moderne Steuerungssysteme, um die Wärmeaufnahme zu optimieren.
Die Anlage ist ein zentraler Baustein der Leipziger Wärmekrise-Strategie. Sie versorgt Haushalte mit Warmwasser und Heizwärme und deckt im Sommer etwa ein Fünftel des städtischen Wärmebedarfs. Das Projekt ist zudem Teil weiterer grüner Initiativen, darunter ein „Power-to-Heat“-System und die Nutzung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna.
Solarthermie bleibt in Deutschland eine Nischentechnologie, obwohl sie Sonnenlicht deutlich effizienter in nutzbare Energie umwandelt als Photovoltaik. Je nach Kollektortyp und Bedingungen können bis zu 75 Prozent der Sonnenenergie genutzt werden – mit einem etwa dreimal höheren Ertrag pro Hektar im Vergleich zu Solarmodulen.
Die Leipziger Anlage stärkt die Bemühungen der Stadt, aus fossilen Brennstoffen auszusteigen und die Klimaziele zu erreichen. Sie zeigt das Potenzial der Solarthermie auf, auch wenn die Technologie bundesweit nur zögerlich genutzt wird. Während die Solarstromkapazitäten in Deutschland rasant wachsen, schrumpft die Solarwärmeleistung weiter.






