04 February 2026, 08:42

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Warum Ökonomen vor einem AfD-Sieg warnen

Eine Deutschlandkarte mit hervorhebenden Provinzen in rot und blau, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigt, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

IHW-Präsident fürchtet wirtschaftliche Folgen eines AfD-Wahlsiegs - Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Warum Ökonomen vor einem AfD-Sieg warnen

Die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September könnte weitreichende wirtschaftliche Folgen haben, warnt ein führender Ökonom. Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), gibt zu bedenken, dass ein Sieg der als rechtsextrem eingestuften Alternative für Deutschland (AfD) finanzielle Instabilität auslösen und Investitionen in der Region abschrecken könnte.

Sachsen-Anhalt erlebte in den vergangenen fünf Jahren unter Führung der CDU politische Stabilität. Ministerpräsident Reiner Haseloff sicherte sich 2021 mit 37,1 Prozent der Stimmen ein klares Mandat und führte die Regierung bis 2026 fort. Doch nun steht das Land an einem Scheideweg: Die AfD – vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalts als rechtsextrem eingestuft – legt in Umfragen deutlich zu.

Gropps Sorgen gründen auf Studien, die zeigen, dass Volkswirtschaften unter populistischer Führung oft schlechter abschneiden. Ein Machtwechsel zugunsten der AfD könnte Sachsen-Anhalts Attraktivität für Unternehmen und Investoren mindern und die Bemühungen zur Bewältigung des demografischen Wandels erschweren. Der Wirtschaftserfolg des Landes hängt maßgeblich von einer aktiven Bildungspolitik und der Forschungsförderung ab – Bereiche, die unter einer AfD-geführten Regierung leiden könnten.

Doch die Folgen eines AfD-Siegs wären nicht auf die Region beschränkt. Selbst das IWH könnte Schwierigkeiten bekommen, internationales Personal zu gewinnen, während bestehende Mitarbeiter möglicherweise nach Alternativen Ausschau halten. Eine rechtsextreme Mehrheit könnte zudem Deutschlands Attraktivität für ausländische Fachkräfte insgesamt schwächen – mit Risiken für die Investitionsbereitschaft im ganzen Land.

Das Wahlergebnis wird entscheiden, ob Sachsen-Anhalt seinen bisherigen Kurs fortsetzt oder wirtschaftliche Rückschläge hinnehmen muss. Geht die AfD als Sieger hervor, könnte die Fähigkeit des Landes, Unternehmen, Forscher und qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen, nachlassen. Die Auswirkungen könnten über die Landesgrenzen hinausreichen und Deutschlands Position als Investitionsstandort beeinträchtigen.