Kik setzt auf neuen Chef: Kann Ulrich Hanfeld die Krise des Modehändlers stoppen?
Emma BeckerKik setzt auf neuen Chef: Kann Ulrich Hanfeld die Krise des Modehändlers stoppen?
Kik ernannt Ulrich Hanfeld zum neuen Vorstandsvorsitzenden – ab Juni im Amt
Die Bestellung erfolgt nach einer Phase mit Führungswechseln und Filialschließungen bei dem angeschlagenen Modehändler. Branchenkenner beschreiben Hanfeld zwar als erfahrenen Verkäufer, stellen jedoch infrage, ob es ihm gelingen wird, den Niedergang des Unternehmens zu stoppen.
Die Umbrüche in der Kik-Führung hatten bereits früher begonnen: Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und Betriebsleiter Dirk Ankenbrand verließen das Unternehmen. Der ehemalige CEO Patrick Zahn war nach Konflikten mit dem Eigentümer Tengelmann im September 2025 zurückgetreten. Als Übergangs Lösung sprang Christian Kümmer ein, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig gewesen war.
Hanfeld bringt Branchenerfahrung mit: Über sechs Jahre führte er NKD – einen direkten Konkurrenten von Kik. Zuletzt leitete er fast zwei Jahre lang die österreichische Sportkette Hervis, bevor diese Anfang 2026 an den Investor Sven Voth verkauft wurde.
Unterdessen fährt Kik seine Aktivitäten zurück: Bis Ende 2026 werden rund 300 Filialen in Europa geschlossen, was netto einem Rückgang um 225 Standorte entspricht. Allein in Deutschland fallen 135 Läden weg, sodass noch etwa 2.200 übrig bleiben. Jela Götting, Managerin bei Tengelmann, wies Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf des Unternehmens zurück.
Hanfelds Amtsantritt fällt in eine schwierige Restrukturierungsphase bei Kik. Die Schließungen und jüngsten Führungsabgänge unterstreichen die anhaltenden Probleme des Händlers. Seine Verkaufserfolge könnten der Marke Stabilität verleihen – doch die Zukunft bleibt ungewiss.






