05 June 2026, 17:36

"Junge Freiheit": Vom Fahrradtransport zur umstrittenen Medienmacht in 40 Jahren

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

"Junge Freiheit": Vom Fahrradtransport zur umstrittenen Medienmacht in 40 Jahren

Die deutsche Wochenzeitung Junge Freiheit steht seit Jahrzehnten im Zentrum von Kontroversen – von Extremismusvorwürfen bis zu gewalttätigen Protesten. 1986 als kleines Projekt mit nur 400 gedruckten Exemplaren gestartet, entwickelte sich das Blatt zu einer polarisierenden Stimme im deutschen Medienland.

Ihr Chefredakteur, Dieter Stein, führte die Zeitung durch turbulente Zeiten, darunter die Observation durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und einen Brandanschlag auf sein Auto im Jahr 1995. Trotz aller Herausforderungen bleibt Stein eine prägende und unerschütterliche Figur in der Geschichte des Blattes.

1986 gründete Dieter Stein die Junge Freiheit mit bescheidenen Mitteln. Die erste Ausgabe erschien in einer Auflage von 400 Exemplaren, die Mitwirkenden arbeiteten ehrenamtlich. Stein transportierte die ersten Ausgaben sogar in einem Pappkarton auf dem Fahrrad nach Hause.

Bis 1993 hatte die Zeitung erhebliche Gegenreaktionen ausgelöst. Rund 2.000 Demonstranten gingen gegen sie auf die Straße – ein Zeichen für den wachsenden Widerstand. Zwei Jahre später spitzte sich die Lage zu, als Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt wurde.

Das BfV nahm die Junge Freiheit später wegen mutmaßlicher extremistischer Verbindungen ins Visier. Einige Leser behaupteten, sie fürchteten Abhörmaßnahmen allein wegen des Bezugs der Zeitung. Stein wies wiederholt Vorwürfe zurück, das Blatt erhalte finanzielle Unterstützung von der AfD.

Stein traf auch strategische Weichenstellungen für die Zukunft der Zeitung. Noch vor dem Umzug der Bundesregierung in die wiedervereinte Hauptstadt verlegte er die Junge Freiheit nach Berlin. Zum 40-jährigen Jubiläum des Blattes sah er sich kritischen Fragen seines Social-Media-Teams zu dessen Erbe und Ausrichtung ausgesetzt.

Jenseits seiner redaktionellen Rolle äußert sich Stein offen über persönliche Werte. Zwar befürwortet er grundsätzlich den Wehrdienst in der Bundeswehr, respektiert aber die Entscheidung seines Sohnes, nicht einzutreten.

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Von bescheidenen Anfängen bis zur bundesweiten Beobachtung blieb die Junge Freiheit eine umstrittene, doch beständige Größe im deutschen Medienbetrieb. Dieter Steins Führung sicherte das Überleben der Zeitung trotz Protesten, Überwachung und sogar physischer Angriffe. Mit über vier Jahrzehnten im Druck wird die Zukunft des Blattes voraussichtlich weiterhin für Debatten sorgen.

Quelle