Jörg Wagners *Medienmagazin* bei *radioeins* endet mit bitterem Abschied und neuem Podcast-Projekt
Emilia NeumannJörg Wagners *Medienmagazin* bei *radioeins* endet mit bitterem Abschied und neuem Podcast-Projekt
Jörg Wagners langjähriges Medienmagazin bei radioeins geht zu Ende
Am Samstag lief die letzte Ausgabe von Jörg Wagners Medienmagazin auf radioeins – ein Format, das über Jahre Medienentwicklungen und Kontroversen beleuchtete. Die Abschlussfolge stand unter dem Motto „Lebendig begraben“ – eine passende Metapher für das plötzliche Aus des Magazins. Hinter den Kulissen drängt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) Wagner und andere langjährige Moderator:innen aufgrund ihres Alters in den Ruhestand.
Der Sender kündigte zudem eine Umgestaltung des Medienmagazins an: Die Sendung soll seltener erscheinen und künftig ohne Live-Übertragung auskommen. Offiziell begründet wird die Änderung mit dem „familienfreundlichen“ Zeitplan der neuen Moderation – Kritiker:innen sehen darin jedoch einen Teil der umfassenden Umstrukturierung beim RBB.
Wagners Abschiedsfeier fand auf der Dachterrasse des RBB-Gebäudes statt, einem Ort, den die RBB Media – nicht jedoch die Intendantin persönlich – zur Verfügung gestellt hatte. Unter den Gästen waren zahlreiche ehemalige radioeins-Größen, von denen viele ebenfalls mit Zwangspensionierungen konfrontiert sind. Auffällig abwesend blieben die Führungskräfte des Senders; als einzige hochrangige Vertreterin erschien die Kommunikationschefin Justus Demmer.
Auch der ehemalige RBB-Chefredakteur David Biesinger, der kürzlich eine neue Führungsposition antrat, fehlte. Seine Abwesenheit fiel besonders ins Gewicht, hatte er doch einst eine zentrale Rolle in der Redaktion inne und stand das Format doch für mediale Verantwortung. Trotz des Endes des Medienmagazins zieht sich Wagner nicht aus der Medienkritik zurück: Gemeinsam mit seinem Radiokollegen Philipp Nitzsche startet er den neuen Podcast Medienhölle, der sich mit Medieninnovationen und Branchenherausforderungen auseinandersetzt. Die erste Folge erscheint genau an dem Tag, an dem das Medienmagazin zum ersten Mal nicht mehr gesendet wird.
Der Wechsel geht jedoch mit neuen Einschränkungen einher: Wagners bisheriger, unabhängiger Podcast unterliegt nun einer redaktionellen Prüfung durch Ulrike Demmer. Nitzsche betont unterdessen, dass Medienhölle „Mehrwert“ im Mediensystem schaffenle – ein Ansatz, der analytischer und weniger durch redaktionelle Vorgaben eingeengt sein soll als das ursprüngliche Format.
Die Ära des Medienmagazins bei radioeins ist damit vorbei. Wagner und seine Mitstreiter:innen gehen nach Jahren im Dienst neue Wege – nun außerhalb der redaktionellen Kontrolle des RBB. Die Entscheidung des Senders, das Format zurückzufahren und altersbedingte Pensionierungen durchzusetzen, markiert eine deutliche Kursänderung.