21 April 2026, 06:14

Industrie warnt vor Reformstau – Hannover Messe wird zur Schicksalsfrage für Deutschland

Plakat mit zwei Personen vor einem Gebirgs- und Baumhintergrund mit der Aufschrift "Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granitarbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Industrie warnt vor Reformstau – Hannover Messe wird zur Schicksalsfrage für Deutschland

Deutsche Industrieführer drängen Regierung zu grundlegenden Reformen auf der Hannover Messe

Führende Vertreter der deutschen Industrie haben die Bundesregierung aufgefordert, auf der diesjährigen Hannover Messe weitreichende Reformen voranzutreiben. Ohne schnelles Handeln drohten langfristige Schäden in Schlüsselbranchen dauerhaft zu werden, warnten sie. Die Forderungen nach einem Kurswechsel kamen von Spitzenkräften des Maschinenbaus sowie der Elektroindustrie.

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Noch bis Ende 2025 hatte sich die Geschäftslage allmählich verbessert. Doch zu Beginn des Jahres 2026 verschlechterte sich die Stimmung zusehends, da sich die Risiken häuften. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet nun nur noch mit einem magere Anstieg der Produktion um ein Prozent für das laufende Jahr.

Auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) prognostiziert ein bescheidenes Wachstum von zwei Prozent – vorausgesetzt, die Spannungen im Iran lassen bis Mitte 2026 nach. Beide Verbände betonten übereinstimmend, dass halbgare Lösungen nicht mehr ausreichten.

VDMA-Präsident Bertram Kawlath forderte tiefgreifende Veränderungen: Senkung der Unternehmenssteuern, Deckelung der Sozialabgaben, flexiblere Arbeitszeiten sowie eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Ohne Reformen drohten der Industrie unumkehrbare Schäden, warnte er. Gunther Kegel vom ZVEI unterstützte diese Forderung und bestärkte, dass der Reformstau jetzt sofort angegangen werden müsse.

Ein Lichtblick bleibt der Rüstungssektor. Geplante Milliardeninvestitionen könnten seinen Anteil am Industrieumsatz innerhalb von drei bis fünf Jahren verdoppeln.

Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der der Maschinenbau und die Elektroindustrie ein weiteres Jahr mit schwachem Wachstum bevorsteht. Die Branchenführer bestehen darauf, dass Reformen nun unverzichtbar seien, um dauerhafte Schäden abzuwenden. Ihre Hoffnung ruht dabei auf den Rüstungsausgaben als möglichem Rettungsanker für die kämpfende Industrie.

Quelle