26 April 2026, 00:26

Hunderte protestieren in Kreuzberg gegen rechtsextremes Portal Nius und dessen Hasskampagnen

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Hunderte protestieren in Kreuzberg gegen rechtsextremes Portal Nius und dessen Hasskampagnen

Aktivist:innen gegen Faschismus versammelten sich in Berlins Kreuzberg gegen das rechtsextreme Portal "Nius"

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Am Samstag trafen sich in Berlins Kreuzberger Bezirk anti-faschistische Aktivist:innen, um gegen Nius zu protestieren – eine rechtsextreme Medienplattform, der vorgeworfen wird, Propaganda zu verbreiten. Die Veranstaltung im Dragonerareal war mit rund 250 Teilnehmer:innen bis auf den letzten Platz besetzt, obwohl Befürchtungen bestanden, dass Anhänger:innen von Nius für Störungen sorgen könnten.

Die Organisator:innen hatten mit gezielten Provokationen gerechnet, darunter auch durch Mitarbeiter:innen von Nius, die die Diskussionen unterlaufen wollten. Die Plattform hatte die Veranstaltung zuvor aggressiv beworben und gleichzeitig die Kampagne "Nein zu Nius" als "linksradikal" und "steuerfinanziert" diffamiert – eine Taktik, die Kritiker:innen als heuchlerisch brandmarkten.

In der voll besetzten Halle bezeichneten Redner:innen Nius als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel-Medium", das sich zwar als Journalismus tarne, in Wahrheit aber Klischees verbreite und marginalisierte Gruppen angreife. Betroffene der Hetzkampagnen berichteten von massiven Hasswellen – von beleidigenden Beschimpfungen über Vergewaltigungsdrohungen bis hin zu Todesdrohungen –, die sie nach gezielten Angriffen in Nius-Artikeln erhalten hätten.

Trotz seiner konfrontativen Rhetorik bleibt der tatsächliche Einfluss von Nius begrenzt: Die Plattform zählt nicht zu den 100 meistbesuchten Online-Medien Deutschlands und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Medienexpert:innen sehen in Nius jedoch einen Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse, der unter Chefredakteur Julian Reichelt bewusst die öffentliche Debatte weiter nach rechts verschiebe.

Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Anwesenden Gegenstrategien – von gezieltem Widerstand über Solidarität unter Journalist:innen bis hin zur Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien. Zudem kündigten Aktivist:innen eine Kundgebung vor den Nius-Büros in der Ritterstraße an.

Die Veranstaltung endete ohne Zwischenfälle und stärkte den Widerstand gegen die Methoden von Nius. Die Teilnehmenden verließen den Ort mit dem Vorhaben, den Druck zu erhöhen – durch öffentliche Proteste ebenso wie durch Initiativen für journalistische Standards. Angesichts der finanziellen Probleme und der geringen Reichweite der Plattform steht ihr polarisierender Einfluss auf die deutsche Medienlandschaft in auffälligem Kontrast.

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